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Nun sollen auch die Hunde eine neue Bleibe bekommen. Ihre Unterkunft ist marode. Problem: Die Finanzierung ist noch nicht gesichert.

Tierheim München

Tierheim München: Die Katzen logieren, die Hunde hausen

München - Die Katzen im Tierheim München sind gerade in ihren modernen Neubau umgezogen. Die Unterkünfte für Hunde hingegen sind so marode, dass die Schließung droht. Doch auch Bello und Co. sollen ein neues Heim erhalten. Allerdings müsste die Stadt die Hälfte der Kosten von etwa vier Millionen Euro tragen.

„Die Tiere fressen zum Teil den Bodenbelag ab, weil im Quarantänebereich keine Wiese für den Freigang da ist.“ Die Beschreibungen von Tierheimleiterin Sandra Giltner über die Zustände in den Hunde-Unterkünften aus den 50er- und 60er-Jahren sind erschreckend. „Die Hundequarantäne ist voller Asbest, die ist nicht mehr zu retten, da muss ein Neubau her.“ In einem anderen Bau ist die Fußbodenheizung mittlerweile durchgerostet, an allen Ecken wird mit Provisorien gearbeitet.

Gleichzeitig sind die hygienischen Anforderungen und tierschutzrechtlichen Bedingungen in den vergangenen Jahren gestiegen. So müssen zum Beispiel die Zwinger heute deutlich größer sein als früher. „Die veralteten Einrichtungen können auf Dauer nicht so bleiben, Umbauten sind aber nicht möglich“, sagt Giltner. Das Tierheim an der Riemer Straße braucht also dringend eine neue Bleibe für die Hunde.

Nun sollen auch die Hunde eine neue Bleibe bekommen. Ihre Unterkunft ist marode. Problem: Die Finanzierung ist noch nicht gesichert.

Zusätzlicher Druck kommt von den Behörden. Das städtische Kreisverwaltungsreferat pocht auf die Gesetzeslage zum Tierschutz und fordert mit Nachdruck wenigstens die Erfüllung der Mindestanforderungen. „Zeitnah“, so der zuständige Sachbearbeiter. Wenn es nach dem Betreiber des Münchner Tierheims, dem Tierschutzverein München, geht, wäre es eigentlich schon losgegangen. Doch es fehlt noch die Finanzierung. Etwa vier Millionen Euro würde ein Neubau kosten, in dem die zu vermittelnden Hunde, die Quarantänestation und der Tiermedizin-Bereich unterkommen sollen. „Wir haben bereits so viel gespart, dass wir sicher die Hälfte finanzieren könnten“, erklärt Kurt Perlinger, Vorstand des Tierschutzvereins.

Eine große Erbschaft hat dem Verein eine wohltuende Finanzspritze versetzt. Doch ganz alleine könne man es nicht schaffen, erklärt Perlinger. Zwei Millionen Euro müsste die Stadt übernehmen. „Man hat in München nicht nur einen Tierpark, die Isar und Radlwege, es gibt auch noch das Tierheim, auch wenn es von einem gemeinnützigen Verein betrieben wird.“ Derzeit wird der Betrieb mit jährlich 60 Cent pro Einwohner unterstützt. Der Tierschutzverein hätte gerne noch zusätzlich einen jährlichen Investitionszuschuss. „Durch Mitgliedsbeiträge in Höhe von fünf Euro im Monat kann man nicht reich werden.“ Kommt das Geld für die Neubaupläne nicht zusammen, drohen harte Konsequenzen. Weil die rechtlichen Vorschriften nicht erfüllt werden, könnten die Behörden das Tierheim teilweise stilllegen.

Wohin aber dann mit all den Tieren? Im vergangenen Jahr waren über 8200 in Riem untergebracht, darunter allein fast 1200 Hunde. Noch in diesem Jahr soll laut Kurt Perlinger eine Entscheidung für die Tierheim-Pläne fallen. Der Hunde-Neubau soll gleich neben dem neuen Katzenhaus auf dem ehemaligen Bahngrundstück zwischen Riemer Straße und Autobahn entstehen. Wie bei den Katzen würden es sicher „keine Luxusgemächer“, betont Perlinger.

Die Baukosten für das Katzenhaus lagen unter 900 Euro pro Quadratmeter. „Das ist die Hälfte eines Sozialbaus.“ Insgesamt hat das Tierheim 2,25 Millionen Euro für die neue Heimat der Miezen ausgegeben. 1700 Quadratmeter Platz gehört den Tieren. „Das ist viermal so viel wie vorher“, sagt Perlinger. Auch hier waren die Vorschriften maßgeblich. Die Behörden verlangen für zwei Katzen mindestens sechs Quadratmeter Platz. Das restliche Drittel im Neubau teilt sich auf Wohnungen für Pfleger, Büros, Gastrobereich und Veranstaltungsraum auf.

Zur offiziellen Eröffnung des ersten Münchner Katzendorfs lädt das Tierheim am Sonntag um 11 Uhr nach Riem ein. Los geht es mit der Ansprache von Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) und der Segnung durch Pfarrer Rainer Maria Schießler, anschließend gibt es Führungen.

Schauspieler und Katzenfreund Wolfgang Fierek präsentiert um 12.30 Uhr Vermittlungskatzen. Gleichzeitig findet an der Riemer Straße 270 von 10 bis 16 Uhr das große Frühlingsfest mit Flohmarkt, Tombola, Gastro-Angebot, Info- und Verkaufsständen statt.

Carmen Ick-Dietl

 

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