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Leser beobachtet Situation über mehrere Jahre

Zerstörte Leitplanke, umgerissener Mast: Ist das Münchens tückischste Kurve?

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Die Kurve fühlt sich an, als sei man auf der Formel-1-Strecke in Monza. Die mehrfach eingedrückte Leitplanke zeugt von Unfällen. Ist das die tückischste Kurve Münchens?

München - Die Streckenführung bei der Messe Riem erinnert stellenweise ein wenig an das „Autodromo Nazionale di Monza“, jene Strecke, auf der seit 1950 der Große Preis von Italien der Formel 1 ausgetragen wird. Auf eine langgezogene Kurve folgen eine Gerade und eine Schikane. Nur, hier führt die „Curva Grande“ nicht in die „Variante della Roggia“, sondern der De-Gasperi-Bogen in die Willy-Brand-Allee. Trotzdem kann die Fahrt hier ähnlich aufregend werden - eben wie in einem Rennwagen.

Die langgezogene Rechtskurve des De-Gasperi-Bogens inklusive geradem Streckenabschnitt verleiten nämlich zum Durchdrücken des Gaspedals. Die Polizei blitzt deshalb besonders häufig und erwischt dabei so manchen Raser. Die gefährliche Stelle kommt aber erst am Ende des De-Gasperi-Bogens: eine enge Rechts-Links-Kurve. 

Diese Schikane wirkt auf den ersten Blick recht unscheinbar, bei zu hoher Geschwindigkeit kann es aber eng werden. Und eng wurde es offenbar schon öfter, wie die Dokumentation von unserem Leser Djordje Matkovic zeigt.

Baumschutzbügel stark deformiert

Im Juni 2013 fotografierte er die Stelle zum ersten Mal. Schon damals waren die sogenannten Baumschutzbügel, eine kleine Leitplanke auf dem Grünstreifen, stark deformiert. Offenbar sind einige Autos zu schnell durch die Kurve gebrettert und an der Leitplanke hängen geblieben. Matkovic habe selbst bereits einen solchen Unfall miterlebt.

2016, drei Jahre später, hat sich das Bild der Schikane verändert - zum Negativen. An einer Stelle ist der Baumschutzbügel ausgerissen. Daneben liegt ein Lichtmast. Der ist wohl von einem etwas größeren Auto abgeräumt worden. 

Unfallgeschehen „nicht auffällig“

Doch warum unternimmt die Stadt nichts gegen die scheinbar gefährliche Kurve? „Dem Kreisverwaltungsreferat ist nichts dazu bekannt; die Örtlichkeit ist nicht als Unfallhäufungsstelle gelistet“, teilte das Referat bereits 2016 auf eine tz-Anfrage mit. 

Auch die Münchner Polizei bestreitet auf Anfrage, dass es sich um einen „Unfallschwerpunkt oder gar um eine Unfallhäufungsstelle handelt“. Das Unfallgeschehen könne „nicht als auffällig bezeichnet werden“. Des Weiteren würden alle Schäden, etwa an den Baumschutzbügeln, der zuständigen Stelle der Landeshauptstadt München mitgeteilt.

Schutzbügel für Baumfällarbeiten entfernt

Das Baureferat bestätigte, dass die Deformation der Bügel bekannt, ihre Funktion, zu verhindern, dass Fahrzeuge auf dem Grünstreifen parken, aber nicht eingeschränkt war. „Es war also nicht nötig, sie zu ersetzen.“

Vor einem Jahr waren die Baumschutzbügel dann laut Matkovic aber doch weg. War es also doch nötig, die vermeintliche Leitplanke aus Sicherheitsgründen erneuert wird? Nein. Auch ein Jahr später sind die Bügel offenbar noch nicht wieder angebracht. Nur die Befestigungspfosten ragen aus dem Boden.

Mitte Februar fällte das Baureferat zwei Linden, die laut Behördenangaben abgestorben waren. Für sie werden neue Bäume gepflanzt. Keine Angaben machte das Baureferat dazu, ob im Anschluss wieder die alten, verbogenen Bügel aufgebaut werden, oder ob es neue gibt. Oder ob einfach nur die Befestigungspfosten stehen bleiben. Das wäre dann aber ganz schön gefährlich.

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ses

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