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Osman N. vor Gericht. Er muss lebenslang in Haft.

Urteil gefallen

Mord in Riem: Er lockte sie an, um sie zu töten

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Urteil im Riemer Mordfall: Osman N. (38) muss lebenslang in Haft, weil er seine Frau Hasnaa erstochen hat. 

München - Er lachte noch fröhlich, als er den Saal betrat. Doch nach dem Urteil wurde die Miene von Osman N. finster. Das Landgericht hat ihn des Mordes an seiner Ehefrau Hasnaa schuldig gesprochen. Nun muss der Syrer lebenslänglich in Gefängnis.

Aus Aleppo war das Paar vor Jahren geflohen, um dem Krieg zu entkommen – und zu überleben. Auf dem Weg ließ Osman N. seine Frau aber allein und nahm den jüngsten Sohn mit nach München. Nur deshalb kam auch Hasnaa A. nach Deutschland – weil sie ihren Sohn wiedersehen wollte. Mit den drei übrigen Kindern kam sie in einer Asylunterkunft in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) unter. Dort verliebte sie sich neu. Weil sie Fotos von einer islamischen Hochzeit bei Facebook gepostet hatte, bekam auch Osman N. von der neuen Partnerschaft mit. Aus Eifersucht wollte er sie töten.

„Er war wütend, dass sie einen neuen Mann hatte, und wollte sie niemand anderem gönnen. In krasser Eigensucht setzte er sein Lebensrecht über ihres“, begründete Richter Michael Höhne sein Urteil. „Um sie zu töten, suchte er intensiven Kontakt. „Ihre Mutterliebe war stärker als die Angst vor seiner Rache. Doch das kostete sie das Leben.“

Denn anfangs widerstand Hasnaa A. den Nachrichten von Osman N. Erst, als er eine schwere Krankheit des Buben vortäuschte, stieg sie in einen Fernbus nach München. Am 29. April 2016 kam es schließlich zu dem verhängnisvollen Treffen. Osman N. holte sie am Omnibusbahnhof ab und fuhr mit ihr zur Messestadt Ost. Kurz nach der Ankunft drängte er sie dann in ein Waldstück am Gaspari-Bogen und stach 21 Mal auf sie ein. Im sicher geglaubten München fand die syrische Frau den Tod. Spaziergänger fanden tags darauf ihre blutüberströmte Leiche. Osman N. hatte seine Frau Hunderte Meter vor sich hergetrieben. Etwa zehn Minuten lang dauerte der fürchterliche Todeskampf, der laut Gericht für Hasnaa A. aussichtslos war. „Sie war ihm schutzlos ausgeliefert“, sagte Richter Höhne. Barfuß versuchte Hasnaa A. noch zu fliehen, als sie ihre Pumps verloren hatte. Doch Osman N. ließ nicht von ihr ab, stach immer wieder auf die wehrlose Frau ein. Um kurz vor acht Uhr morgens setzte er dann die tödlichen Stiche in Hals und Lunge.

Im Prozess ließ sich Osman N. von den Schilderungen des Richters nicht beeindrucken. Schon Wochen vor dem Mord hatte er einem Freund im März 2016 von seinen Tatplänen berichtet. In einem Brief schrieb Osman N: „Erst jetzt bin ich neu geboren und fühle mich innerlich beruhigt.“ Laut Urteil fühlte sich der Syrer in seiner Ehre herabgesetzt, weil Hasnaa A. ihn nicht zurückhaben wollte. Mehrfach hatte er zuvor wohl um eine Rückkehr in die Ehe gebeten. Zu tief saß aber ihr Schmerz über das Verlassenwerden während der Kriegsflucht. Hasnaa A. lehnte entschieden ab. „Sie wollte frei sein für eine andere Beziehung“, sagte Richter Michael Höhne. Doch das kränkte den Mörder, der aus Eifersucht getötet hat.

Den Tatort hatte Osman N. schon vor dem Mord ausgesucht und entsprechende Videoaufnahmen an seinen Freund versendet. „Noch in der Nacht ihrer Ankunft besorgte er sich ein Messer in der Riemer Asylbewerberunterkunft“, erklärte Richter Höhne. 20 Zentimeter lang war die Klinge, mit der Osman N. zustach.

Die Tat hat er bis zuletzt bestritten.

Lesen Sie auch unsere große Reportage: Auf Streife mit der PI Trudering-Riem: Hier prallen Gegensätze aufeinander.

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