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Kurt Perlinger, Vorstandsvorsitzender zeigt sich gelassen. 

Vorsitzende gegen Beirat und umgekehrt

Schlammschlacht an der Spitze des Tierschutzvereins

Eigentlich soll es um die Tiere gehen. Doch beim Tierschutzverein München stehen zur Zeit interne Auseinandersetzungen im Mittelpunkt. Vor der Mitgliederversammlung kommen Vorwürfe ans Tageslicht, die nun sogar vor Gericht landen könnten.

München - Bei dem Streit stehen sich bemerkenswert unversöhnlich der Vorstand und Teile des Beirats gegenüber: Es geht um Betrug, Verleumdung und um mögliche Posten.

Der interne Zwist offenbart sich in einem Schreiben des Vorstands an alle Vereinsmitglieder. Darin steht, dass einige Beiräte für die Mitgliederversammlung am kommenden Samstag drei Anträge nachgereicht hätten. Einer davon beinhaltet die Forderung, eine Beisitzerin des Vorstands zu entfernen – dies hatte der Vorstand jedoch bereits in der Sitzung im Dezember einstimmig abgelehnt.

Vorwurf der Unterschlagung

Bei der Beisitzerin, die sich den Zorn der Beiratsmehrheit zugezogen hat, handelt es sich um Irmgard Passauer. Sie engagiert sich in der Tierrettung im Ausland und brachte im Herbst vier Hunde aus Griechenland nach München. Da zwei der Tiere bei der ursprünglich für sie vorgesehenen Pflegestelle keinen Platz mehr fanden, brachte Passauer sie auf dem Gnadenhof des Tierschutzvereins unter, auf dem sie seit vier Jahren ehrenamtlich hilft. Dann wurden die Hunde an neue Besitzer vermittelt, die für beide Tiere zusammen 500 Euro an Passauer bezahlten. Die Sache schien erledigt. „Auch mit dem Beirat gab es kein Problem“, sagt Passauer. Doch plötzlich wurden Stimmen laut, dass bei der Vermittlungsgebühr etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Der Vorwurf: Irmgard Passauer habe das Geld in die eigene Tasche gesteckt.

Doch das bestreitet sie vehement. Das Geld habe sie an den griechischen Tierschutzverein weitergeleitet, der für die Vermittlung zuständig war. Allerdings hatte Passauer für die Unterbringung der Hunde auf dem Gnadenhof nichts bezahlt, was sie jedoch nach Bekanntwerden nachholte. Diese Version bestätigt auch Kurt Perlinger, der Vorstandsvorsitzende des Münchner Tierschutzvereins. „Wir sagen nicht, dass nichts passiert ist“, so Perlinger. Dass Passauer ihren Posten räumen sollte, findet er jedoch überzogen. „Der Vorstand hat sich klar dagegen ausgesprochen.“

Strafanzeige wegen Betrug und Verleumdung 

Doris Dorschner-Walleiter: „Ich habe Anzeige erstattet“

Mit dieser Entscheidung wollen sich die sieben Mitglieder des Beirats jedoch nicht zufriedengeben. Sie stellten die entsprechenden Anträge für die Sitzung am kommenden Samstag. Doris Dorschner-Walleitner ist eines der Beiratsmitglieder, die gegen Irmgard Passsauer vorgehen wollen – und das inzwischen auch gerichtlich. Dorschner-Walleitner stellte am Mittwoch Strafanzeige wegen Betrugs, wie ihr Mann Max Walleitner, der mit Vollmacht für seine Frau juristisch agiert, unserer Zeitung bestätigte.

Außerdem reagierte sie auf Aussagen im Schreiben des Vorstandsvorsitzenden Perlinger, der die Auflösung des Beirats wegen „Kompetenzüberschreitung“ und „erheblicher Störung des Vereinsfriedens“ gefordert hat. Deswegen will Dorschner-Walleitner nun Strafanzeige wegen Verleumdung und einen Antrag auf Einstweilige Verfügung stellen. Perlinger sieht der Anzeige gelassen entgegen. „Wir werden uns nach der Versammlung damit befassen.“

Passauer überlegt selbst juristische Schritte

Irmgard Passauer überlegt sich ihrerseits rechtliche Schritte. Sie sieht ein klares Motiv hinter den Angriffen gegen sie. „ Hier geht es nicht um Tierschutz, sondern um Posten.“ Dorschner-Walleitner habe schon länger einen Platz im Vorstand gewollt. Die verwahrt sich gegen den Vorwurf. „Ich sitze bereits im Vorstand eines anderen Tierschutzvereins. Somit wäre das gar nicht möglich.“

In diesem bemerkenswerten Streit ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen. Auch wenn sich der Vorsitzende Perlinger einen ruhigen Ausgang wünscht. Sollten sich die Mitglieder am Samstag dem Misstrauen des Beirats anschließen, erwägt er sogar einen Rücktritt. „Ob genug Vertrauen da ist, wird sich zeigen.“

Lisa-Marie Birnbeck

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