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Ein Blick in die Zimmer: (v. li.) OB Dieter Reiter, die Leiterin der Einrichtung Caroline Rapp, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand sowie Uli Hoeneß.

Anlaufstelle für junge Flüchtlinge an der Marsstraße

Uli Hoeneß trommelt für das neue Ankunftszentrum

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München - Die neue Anlaufstelle für junge Flüchtlinge an der Marsstraße hat bundesweit Modellcharakter. Am 18. April nimmt sie den Betrieb auf. Zum Ortstermin kam als Überraschungsgast Uli Hoeneß.

Zu Beginn spielte die Trommelgruppe „Get Together“. Der Name ist Programm. In der Musikband versammeln sich Menschen unterschiedlicher Religionen und vieler Nationen. Ihre Botschaft ist Frieden und Menschlichkeit. Ein besseres Intro für die Eröffnung des neuen Ankunftszentrums für junge Flüchtlinge an der Marsstraße 19 hätte es am Donnerstag wohl nicht geben können.

Bundesweit erste Einrichtung dieser Art

Auch wenn es offiziell erst am 18. April seinen Betrieb aufnimmt, so wollte die Stadt schon vorab Gesicht und Konzept der Einrichtung publik machen. Das „Young Refugee Center“ (YRC) in der Nähe des Hauptbahnhofs bietet 180 minderjährigen Flüchtlingen eine Anlaufstelle in der neuen Heimat. Es ist bundesweit die erste zentrale Einrichtung dieser Art. Entsprechend groß war der Medienrummel am Donnerstag in dem ehemaligen Bürogebäude, das die Stadt angemietet und umgebaut hat.

Das Stadtjugendamt hat vor Ort Büros

„Get together“: OB Dieter Reiter klatschte zusammen mit einer Trommlergruppe im Takt.

OB Dieter Reiter (SPD) sagte, es sei besonders bedrückend, dass die Zahl junger Geflüchteter, die ohne Eltern kämen, dramatisch ansteige. Ein Vergleich: Im Jahr 2013 waren in München 550 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gestrandet, im Jahr 2015 waren es 10.300. Die neue Ankunftszentrale löst die Bayernkaserne ab und bietet zahlreiche Vorteile unter einem Dach. Die Jugendlichen werden in Obhut genommen, ärztlich untersucht, registriert und psychologisch betreut. Das Stadtjugendamt hat vor Ort Büros und begleitet alle administrativen Vorgänge.

In dem siebenstöckigen Gebäude befinden sich Zwei- und Vierbettzimmer, Küchen und Aufenthaltsräume. Kinder unter 14 Jahren sowie Mädchen werden separat untergebracht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer soll aber nur wenige Tage betragen, ehe die jungen Menschen in eine dauerhafte Einrichtung innerhalb Münchens wechseln oder bundesweit verteilt werden.

Verteilung auf Kommunen läuft

Die Verteilung in andere Kommunen ist mittlerweile angelaufen, worüber man schon auch froh sei, wie OB Reiter einräumte. Es bedeutet nämlich eine spürbare Entlastung für die Landeshauptstadt. Waren im Februar noch 5400 unbegleitete Flüchtlinge in München untergebracht, so ist diese Zahl bis Ende März auf 3600 gesunken. Gemäß dem Königsteiner Schlüssel müsste die Stadt nur etwa 1000 Jugendliche aufnehmen. Der finanzielle Aufwand für den Betrieb des YRC beträgt pro Jahr 14 Millionen Euro. Davon refinanziert der Freistatt 95 Prozent.

Uli Hoeneß klatscht mit

Gekommen waren gestern viele Vertreter sozialer Einrichtungen und Verbände – sowie ein Überraschungsgast: Der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß klatschte genauso wie OB Reiter im Stakkato-Takt zu den Klängen der Trommler. Der FC Bayern, so Hoeneß, kooperiere eng mit der Stadt bei der Flüchtlingshilfe. Einmal pro Woche dürfen 30 junge Flüchtlinge auf dem Gelände des deutschen Fußball-Rekordmeisters trainieren. Hoeneß: „Sie erleben einen wunderschönen Tag.“ Der FC Bayern stellt der Stadt überdies eine Million Euro für projektbezogene Flüchtlingsarbeit zur Verfügung. Der Erlös stammt aus Freundschaftsspielen. Zum Young Refugee Center selbst, stellte Hoeneß klar, habe der Verein keinen Bezug: „Es war einfach ein Höflichkeitsbesuch.“

Klaus Vick

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