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Schilder, Schilder, Schilder: Die Grillzonen zwischen Tierparkbrücke und Marienklause sind sehr umpfangreich markiert.

Maßlos übertrieben?

Bezirksausschuss wütend über Schilderflut am Flaucher

München - Der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching hält die massenhaft aufgestellten Grillzonen-Tafeln am Isar-Ufer für überzogen.

Schilder an der Isar sind unvermeidbar. Grillwut und Feierlust am Flaucher müssen in geordnetere Bahnen gelenkt werden – da sind sich alle einig. Doch müssen es so viele Schilder sein? Der Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching findet, die Stadt übertreibt maßlos. Er fordert einen Ortstermin. Bei der Stadt versteht man die Aufregung nicht.

Ferdinand Brinkmöller (CSU) ist sauer. Der Abschnitt zwischen Tierparkbrücke und Marienklause sei völlig verschandelt worden. „Erst wurden viele Schilder aufgestellt, dann wieder abmontiert. Nun stehen dort 25 neue.“ Einige unmittelbar nebeneinander. Zu viel des Guten, findet Brinkmöller. Schildbürger-Schilder quasi.

Zudem bemängelt der CSU-Mann: „Das westliche Ufer wurde in eine unattraktive Schotterebene verwandelt. Außerdem große Bäume gefällt.“ Sogar einige mit über 80 Zentimeter Umfang. Ohne Vorabinformation des BA. Die ganzen Eingriffe seien seltsam. „Erst wurde viel Geld in die Renaturierung gesteckt – und nun sowas.“ Die übrigen Mitglieder des Stadtteilgremiums sehen es ähnlich.

Das Baureferat weist die Vorwürfe zurück. „Die neuen Schilder wurden 2015 im Rahmen eines Pilotprojekts aufgestellt“, so Dagmar Rümenapf, Sprecherin des Baureferats. „Mit viel positivem Echo.“ Ziel sei, die Grillzonen an der Isar deutlicher zu markieren und auf die Regeln hinzuweisen. „Die Schilder werden den Winter über und vor Hochwasser entfernt.“ Und rechtzeitig vor Beginn der Grillsaison an gleicher Stelle wieder aufgestellt.

Alle Maßnahmen seien mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt, so die Sprecherin. Zum Beispiel wurden „Japanknöterich“ und „Springkraut“ entfernt, die sich im Uferbereich stark verbreitet haben. Beides Arten, die heimische Pflanzen zum Absterben bringen können. „Um sie einzudämmen oder zu beseitigen, müssen sie ausgegraben werden“, so Rümenapf. Die Folge waren bis zu 1,5 Meter tiefe Löcher. Diese würden mit Isarkies wieder verfüllt.

Über Baumfällungen würden die Bezirksausschüsse vorher genau informiert. „In den Isarauen mussten – auch wegen des Sturms Niklas im Vorjahr – zahlreiche kranke oder nicht mehr verkehrssichere Bäume entfernt oder zurückgeschnitten werden.“ Die Renaturierung werde durch diese Maßnahmen nicht in Frage gestellt, so Rümenapf. Im Gegenteil: „Sie dienen dem Erhalt der renaturierten Uferbereiche als einzigartigem Erholungsbereich entlang eines alpinen Wildflusses und dem Schutz vor Hochwasser.“

Der BA ist dagegen skeptisch und will es genauer wissen. Das Gremium hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, erneut Vertreter der Verwaltung an die Isar einzuladen, um gemeinsam die Veränderungen vor Ort unter die Lupe zu nehmen. „Möglichst mit Personen, die wissen, wie es dort vor einigen Jahren noch aussah“, fordert Brinkmöller.

Brigitta Wenninger

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