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Umgezogen: Fischverkäuferin Corinna Hecht in dem mobilen Stand - jetzt vor der Emmauskirche.

Seit 20 Jahren Anlaufpunkt in Harlaching

Asyl gewährt: Kirche bewahrt Traditions-Fischstand vor Schließung

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20 Jahre lang störte sich niemand an dem Fischstandl vor der Emmauskirche in Harlaching. Dann fiel den Behörden auf, dass der Standplatz nicht genehmigt ist. Um ein Haar hätte dies das Ende bedeutet.

München - Die Jüngeren kennen es gar nicht anders: Seit rund 20 Jahren zieht es viele Harlachinger dienstags und freitags zu dem kleinen Platz an der Naupliastraße. Denn an diesen beiden Wochentagen macht hier ein mobiles Fischstandl Station - mit einem Angebot, das im Viertel sonst schwer zu finden ist.

Doch nun war die Existenz des Standls an der Ecke Emmauskirche/Naupliastraße ernsthaft bedroht. Eine Bürgerin hatte sich beim Kreisverwaltungsreferat beschwert, das Standl behindere Fußgänger. Die Bezirksinspektion prüfte. Ergebnis: Der Platz reicht aus. Aber der Hänger stand auf städtischem Grund. Und dort dürfen nach städtischer Maßgabe außerhalb der Wochenmärkte nur bestimmte Waren verkauft werden - etwa Obst, Blumen oder Maroni. Fisch zählt nicht dazu. 20 Jahre lang war das niemandem aufgefallen. Nun griff die Ordnungsbehörde durch. Anfang März musste der Stand schließen.

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Knapp 250 Unterschriften für Erhalt des Standes

„Das ist auch ein wirtschaftliches Problem“, sagten die Händler Yann und Claude Donat, die den Stand erst Anfang des Jahres vom Vorbetreiber übernommen hatten. Sie fanden breite Unterstützung: Knapp 250 Unterschriften für einen Erhalt des Standes kamen binnen kurzer Zeit zusammen, der Bezirksausschuss schloss sich diesem Votum einstimmig an. „Das Verbot ist doch in keiner Weise nachvollziehbar“, wetterte BA-Chef Clemens Baumgärtner (CSU). Der Platz sei groß genug, das Standl niemandem ernsthaft im Weg.

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Doch das ändert nichts daran, dass öffentlicher Grund für Fischverkauf tabu ist. Dieses Problem löste Pfarrer Christoph Reichenbacher von St. Emmaus pragmatisch: Er bot den Donats an, ihren Hänger um ein paar Meter versetzt aufzustellen. Nun stehen nur noch die Kunden auf öffentlicher Fläche, der Verkaufsstand selbst jedoch auf einem Rasenstück, das der Kirche gehört. Rechtlich gesehen ein Privatgrundstück, auf dem das städtische Verbot nicht gilt.

Ein kleines Stück für die Standlbetreiber, ein großer Unterschied für die Behörden: Der Fischverkaufs-Hänger auf seinem neuen Standplatz auf Kirchengrund. Vorher stand er auf der gepflasterten städtischen Fläche.

Neue Heimat auf kircheneigener Fläche

Für Reichenbacher war es selbstverständlich, den Händlern - und auch den Kunden - aus ihrer Notlage zu helfen. „Der Stand besteht doch seit 20 Jahren und hat nie jemanden gestört“, sagt er. Die Beschwerde der „zwei Damen mit Rollator“, die die Prüfung ins Rollen gebracht hatte, sei „aufgrund der räumlichen Verhältnisse nicht nachvollziehbar“, so der evangelische Kirchenmann. Daher die salomonische Lösung: „Bevor der Stand geschlossen bleiben muss, hat die Kirchengemeinde beschlossen, den Händlern nach hinten versetzt auf der kircheneigenen Fläche eine neue Heimat zu bieten.“

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Die ersten Termine könnten bei Aprilwetter noch zur Matschpartie werden, doch möglichst bald soll das Rasenstück durch einen steinigen Unterbau befestigt werden. „Das werden wir natürlich übernehmen“, versprach Händler Donat im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir sind der Pfarrei sehr dankbar.“

Ganz ausgestanden ist die Sache noch nicht. „Natürlich wird auch dieser Standort noch überprüft werden“, sagt Donat. „Aber wir hoffen, dass mit diesem Umzug um gut drei Meter nach hinten und weg von den Fußgängerbereichen allen gedient ist.“ Damit der Fischverkauf in Harlaching eine Zukunft hat.

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Harald Hettich

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