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Die fünf Täter wüteten in dem Laden.

Fünf Burschen wüten

Juwelen-Raub in Harlaching: Die Täter kamen mit einem Basketball

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Mit einem Basketball zum Juwelen-Raub. Fünf Burschen wüten in einem Juwelier in Harlaching. Die Polizei hofft auf Hinweise von Augenzeugen.

München - Im Juweliergeschäft „F. C. Bauer“ liegen am Mittwoch Vormittag Glassplitter auf dem Boden. Vor dem Geschäft an der Peter-Auzinger-Straße stehen Polizisten, die Straße ist abgeriegelt. Kurz zuvor, gegen 10.15 Uhr, waren fünf junge Burschen – die Zeugen schätzen sie auf 16 bis 25 Jahre – mit Hämmern und einer Pistole bewaffnet in das Geschäft in Harlaching gestürmt.

Sofort versprühen die Maskierten Pfefferspray. Das Reizgas trifft die vier Angestellten und die drei Kunden, die im Geschäft überrascht werden. Einer der Räuber hält einer Mitarbeiterin die Pistole an die Hüfte.

Täter flüchten Richtung Tegernseer Landstraße

Dann zertrümmern die Täter die Vitrinen und greifen sich die ausgestellten Uhren. Mit ihrer Beute flüchten die Täter zunächst zu Fuß in Richtung Tegernseer Landstraße. Einer der Täter lässt einen schwarzen Basketball mit orangen Streifen am Tatort zurück! Warum er den Basketball mit zum Überfall nahm, ist völlig unklar. Aber der Ball gibt einen Hinweis: Die Täter sind sehr jung...

Die Angestellten des Ladens lösen den Polizeialarm aus. Sofort wird die Fahndung eingeleitet, ein Hubschrauber kreist über München. Doch bis zum Druck dieser Ausgabe blieb die Fahndung ohne Erfolg.

„Ich war gerade in der Stadt, als mich die Mitarbeiter anriefen und von dem Überfall erzählten“, sagt Inhaber Franz Bauer. Seit 1982 führt er das Traditionsgeschäft an der Peter-Auzinger-Straße, das im vergangenen Jahr sein 61-Jähriges feierte.

Chef sorgt sich um Angestellten

Der Chef macht sich jetzt Sorgen um seine Angestellten. Vier seiner Mitarbeiter und die drei Kunden, die den Überfall miterlebten, wurden durch das Pfefferspray leicht verletzt und mussten medizinisch versorgt werden. Drei der Verletzten wurden vorübergehend in Krankenhäuser gebracht.

„Die Räuber haben auch versucht, an die Uhren von Cartier zu kommen. Aber das Sicherheitsglas konnten sie nicht zerschlagen“, erzählt der Inhaber. „Wir werden das Geschäft bis zum Wochenende nicht mehr öffnen und eine Inventur machen.“ Erst dann könne man feststellen, wie viel die Räuber entwendet haben.

Nicht der erste Raub

Es ist nicht das erste Mal, dass der Juwelier „F. C. Bauer“ zum Ziel von Kriminellen wurde. Vor rund 20 Jahren erbeuteten Einbrecher Schmuck und Uhren im Wert von rund einer Million D-Mark. Sie durchbrachen in der Nacht die Wand des Nebengebäudes und stiegen in das Geschäft ein. Vor fünf Jahren der nächste Überfall; Beutewert: 200.000 Euro.

Das Raubdezernat hat die Ermittlungen übernommen. Hinweise bitte unter Tel. 089 / 2910 - 0. Die fünf Burschen waren allesamt von schlanker Statur und dunkel gekleidet.

Der Augenzeuge

Rudolph Bauer (59) war zu dem Zeitpunkt im Juwelierladen, als die fünf Räuber in den Laden stürmten. Er ist der Werkstattleiter im Juwelier. Dass er ebenfalls „Bauer“ heißt, ist reiner Zufall. „Du meinst, du bist in einem anderen Film“, erzählt er. Dass es sich um einen Überfall handeln muss, hat er sofort verstanden. „Ich habe mich versteckt.“ Trotzdem hat er am ganzen Körper Pfefferspray abbekommen. Nach dem Überfall wurde er ambulant versorgt. „Aber es geht mir gut“, sagt er.

Rudolph Bauer (59)

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