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Im 14-stöckigen Hochhaus gibt’s jetzt 96 moderne Wohnungen für Klinikmitarbeiter.

Für die Pflegekräfte

Mit Werkswohnungen gegen den Fachkräftemangel

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Im Kampf um Pflegefachkräfte hat München wegen seiner hohen Mieten immer öfter das Nachsehen. Die städtischen Kliniken setzen deshalb auf Werkswohnungen. Im ehemaligen Schwesternwohnheim am Klinikum Harlaching sind 96 moderne Apartments entstanden. 

München - Oberbürgermeister Dieter Reiter ist sichtlich beeindruckt von der Wohnung, die ihm die Krankenpflegerin Elisabeth Susin zeigt. „Die Aussicht ist ja fast noch besser als die vom Rathaus aus“, scherzt Reiter auf dem Balkon. Vom siebten Stock aus bietet sich ein unverstellter Blick auf die Alpen und die Silhouette der Münchner Innenstadt.

In dem 1964 erbauten Hochhaus am Klinikum Harlaching waren bisher auf 14 Stockwerken kleine Wohnheimzimmer untergebracht. In den vergangenen zweieinhalb Jahren ist das Haus von Grund auf modernisiert worden, jetzt stehen dort 96 moderne Appartements zur Verfügung – mit oft spektakulärem Ausblick. Der eigentliche Clou ist aber der – für München – günstige Mietpreis von im Schnitt 11,50 Euro pro Quadratmeter.

Für Krankenschwester Susin und ihren Freund Silvan Rupprecht wird so der Traum von der ersten gemeinsamen Wohnung wahr. „So nah habe ich noch nie an der Arbeit gewohnt“, freut sich die 24-Jährige. 750 Euro zahlen die beiden für ihre eigenen vier Wände – Silvan Rupprecht hatte vorher in einem 20 Quadratmeter kleinen Appartement für stolze 600 Euro gewohnt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (l.) und Klinikchef Axel Fischer (r.) besuchen die Wohnung von Elisabeth Susin (3.v.l.) und Silvan Rupprecht (2.v.l.). Das junge Paar hat seine erste gemeinsame Wohnung im Hochhaus am Klinikum Harlaching bezogen.

Das Städtische Klinikum bietet seinen 7700 Mitarbeitern etwa 1000 Wohnungen an. Für Klinik-Chef Axel Fischer ist dieses Angebot unerlässlich, um dringend benötigte Fachkräfte nach München zu locken und hier zu halten. Denn die hohen Mietkosten machen es für viele Pflegekräfte unmöglich, sich das Leben in München leisten zu können. „Wir müssen unseren Bewerbern Wohnraum zu akzeptablen Preisen bieten“, sagt Fischer. Deshalb sollen auch beim Umbau des Schwabinger Krankenhauses neue Wohnungen für Pflegekräfte entstehen.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Pflegekräfte. Die städtischen Unternehmen bauen ihren Werkswohnungsbestand derzeit massiv aus. Neben den Kliniken wollen die Stadtwerke ihren Bestand verdoppeln. Ein ähnliches Engagement wünscht sich Reiter auch von anderen Münchner Unternehmen. „Vor 20 Jahren haben viele ihre Werkswohnungen versilbert. Und heute beschweren sich dieselben Unternehmen bei mir darüber, dass es in München zu wenig günstigen Wohnraum für ihre Mitarbeiter gibt“, ärgert sich Reiter. Dabei wird die Suche nach qualifizierten Fachkräften auch für die großen Unternehmen der Stadt immer schwieriger.

Wie glücklich eine schöne und bezahlbare Wohnung macht, dürfen Reiter und Fischer dann noch im zwölften Stock in der neuen Bleibe von Familie Floß erfahren. Voller Stolz führt der zehnjährige Noel den Besuch durch die Räume, die er mit seinen Eltern und seiner Schwester am 1. November beziehen wird. „Die Wohnung ist wunderschön und hell“, schwärmt der Filius von Krankenschwester Sonja Floß dem OB vor. Seine Eltern sind einfach nur erleichtert, eine passende Wohnung für ihre Familie gefunden zu haben. „Wir haben in einer Siedlung im Norden Münchens gewohnt, die bald abgerissen werden soll“, erzählt die 44-jährige Krankenschwester. Die Wohnungssuche mit Kindern war ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. „Jetzt haben wir eine Wohnung in direkter Nähe zu meiner Arbeit gefunden“, freut sich Floß. Und eine mit spektakulärer Aussicht.

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