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Nach Wohnungs-Drama in München: Für Monika H. und ihre Söhne gab es nun ein Happy-End.

Happy End für Familie?

Wohnungs-Drama in München: Mutter plötzlich wohnungslos - doch jetzt kommt alles anders

Weil die Bewilligung ihres Bafög-Antrags länger als gedacht dauerte, steht eine junge Alleinerziehende jetzt ohne Wohnung da. Jetzt die Wendung.

Update vom 23. Mai 2019: Was für eine wunderbare Nachricht: Monika Mroszczyk und ihre zwei Kinder haben bald wieder ein Zuhause! Nach dem tz-Bericht über Kündigung und Rausschmiss der jungen Familie wegen verspäteter Mietzahlungen ist die Gewofag zurückgerudert. Die Münchner Wohnungsbaugesellschaft bietet der 29-jährigen Alleinerziehenden eine neue Bleibe an.

 „Es ist Wahnsinn, danke tz“, freut sich Mama Monika. In welche Gewofag-Wohnung sie und die Kinder ziehen ist noch nicht klar. „Wir haben eine Wunsch-Wohnung und drücken jetzt die Daumen“, erklärt die Mutter. Die Gewofag – mit 36.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten Münchens größter Vermieter – hatte die junge Mutter rausgeworfen, weil sie im Dezember und im Januar die Miete nicht pünktlich gezahlt hatte. 

Der Grund: Die Bearbeitung des Bafögantrags dauerte länger, das Geld kam erst Mitte Februar. Zu spät für die Gewofag, denn schon 2014 hatte Monika Mroszczyk Mieten zu spät gezahlt. Damals hatte die Gewofag ein Räumungsurteil gegen die junge Mutter erwirkt, aber dann doch nicht vollzogen. Nun aber gab’s die Zwangsräumung. 

München verlassen? Das kam für Monika nicht in Frage. Sie macht derzeit das Abitur nach. Auch lebt der Vater ihrer Kinder in der Stadt. Somit stand sie auf der Straße. Wohnungsgesellschaften sagten ihr jede Bleibe ab – merkten an, dass die Vergabe nach Dringlichkeit erfolge. „Dabei stehe ich auf Rangstufe 1“, erklärt die Mutter. 

Mögliche Zwangsräumung: Gewofag zeigt sich einsichtig und entschuldigt sich

Immerhin: Nun hat sich die Gewofag bei Monika Mroszczyk entschuldigt. Man hätte sie nicht rauswerfen dürfen. Man wolle ja für die Menschen da sein, die auf dem Münchner Wohnungsmarkt sonst keine Chance haben, schreibt die Geschäftsführung – und kündigt an, künftig vor möglichen Zwangsräumungen noch genauer zu prüfen. Dr. Klaus-Michael Dengler, Sprecher der Gewofag-Geschäftsführung, verspricht: „Dabei werde ich bei jedem Einzelfall soziale Aspekte zukünftig noch stärker gewichten und dann persönlich eine abschließende Entscheidung treffen.“ Lobenswert! 

Monika Mroszczyk freut sich – auch darüber, dass sie mit ihrem Fall wohl auch anderen Müttern geholfen hat: „Ich bin kein Einzelfall!

Ein Polizist aus München wollte nur einen Randalierer beruhigen und verletzte sich dabei. Die Überprüfung des drogenabhängigen Täters ergab ein beunruhigendes Ergebnis.

Erstmeldung: Wohnungs-Drama in München: Mutter und kleine Söhne plötzlich wohnungslos

München - Alexander ist etwas weinerlich, als seine Mutter in einem Café in Haidhausen von der misslichen Lage der Familie erzählt. Der Dreijährige will immer wieder von Mama gedrückt werden. Sein älterer Bruder Leon (9) ist daheim geblieben. Obwohl – so kann man das gar nicht sagen. Denn ein Zuhause gibt es für die Familie nicht mehr. Seit Ende März wohnt die junge Mutter mit ihren Kindern bei Freunden – und schläft auf dem Sofa. Monika M. ist wohnungslos.

Dabei hatte die 29-Jährige vor, sich ein besseres Leben zu erkämpfen. Sie besucht seit September das Münchenkolleg in Giesing, will in drei Jahren das Abitur machen. Danach will sie studieren – Mathematik, Rechnungswesen oder ein naturwissenschaftliches Fach. Nun aber kämpft sie im Unterricht oft mit den Tränen. „Ich habe unfassbar große Zukunftsangst“, sagt sie.

Wie teuer die Wohnungen in München sind und wie schwer es ist, dort eine Wohnung zu bekommen, zeigt jetzt eine Studie. 

In die Wohnungslosigkeit ist sie gerutscht, weil es länger als gedacht dauerte, bis ihr Bafög-Antrag bewilligt wurde. So hatte sie ihre Miete für Dezember und Januar erst verspätet bezahlt. Zu spät für die Gewofag, die einen Räumungstermin festsetzte, obwohl zum 1. März alle Mietschulden beglichen waren. Der Gerichtsvollzieher sollte am 26. März kommen. Drei Tage vorher zog Monika M. selbst aus. 

Bereits 2014 gab‘s schon mal Probleme mit der Miete

„Ich wollte kein Theater machen“, sagt sie. Von der Gewofag sei ihr signalisiert worden, dass man auf der Räumung beharren werde – trotz ihrer zwei Kinder. Die städtische Vermietungsgesellschaft erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung, sie habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch gebe es eine längere Vorgeschichte, schon 2014 sei ein Räumungsurteil gefallen, dann aber seien die Mietrückstände beglichen worden und man habe das Urteil nicht vollstreckt. Als nun wieder Mietzahlungen ausblieben, habe man auf Räumung bestanden. Nach der Presseanfrage werde die Gewofag den Fall nun noch einmal eingehend prüfen.

Geldprobleme hatte sie 2014, nachdem ihr Arbeitgeber insolvent wurde und ihr gekündigt worden war, erklärt Monika M. Sie kam vor 14 Jahren mit ihrer Mutter – einer Haushaltshilfe – aus Polen nach München. Lange Zeit arbeitete die junge Frau als Kellnerin, vor acht Jahren lernte sie den Vater ihrer Kinder kennen. Die Beziehung zerbrach vor zwei Jahren. 

Monika M., die zuletzt Arbeitslosengeld II erhalten hatte, erreichte, dass man ihr seitens des Sozialamts nach einem Eignungstest bescheinigte, dass sie das Abitur nachholen darf. So schrieb sie sich beim Münchenkolleg ein und beantragte Bafög. „Ich wusste zwar, dass mein Arbeitslosengeld II Ende November ausläuft, aber ich war zuversichtlich, dass das mit dem Bafög bis dahin klappt und stellte keinen Antrag auf Wiederbewilligung“, sagt Monika M.

Video: Scholz - Wir brauchen "viel mehr bezahlbare Wohnungen"

Nach sechs Jahren muss sie raus aus der Wohnung

Dann aber musste der Vater aus Polen Unterlagen nachreichen – und Monika M. konnte die Dezembermiete für ihre 50-Quadratmeter-Wohnung in Giesing nicht bezahlen. Sie telefonierte mit den zuständigen Ämtern, man sagte ihr zu, sie würde das Geld Ende Januar erhalten. 

Dann wurde sie auf Mitte Februar vertröstet. „Ich konnte auch meinen Strom nicht bezahlen, wir waren zweieinhalb Monate ohne Geld“, sagt die 29-Jährige. Als das Geld kam, bezahlte sie die Dezember- und die Januarmiete und den Strom.

Sechs Jahre hat die junge Mutter in der 1,5-Zimmer-Wohnung in Giesing gelebt. Nach dem Rausschmiss nun hätte sie in ein Clearinghaus gekonnt – oder eben zu den Freunden auf das Sofa. „Dort aber kann ich nur bis Juni bleiben, es ist auf Dauer zu eng“, sagt Monika M. 

Hier wohnte Monika M.

Einzig die Lehrer machen ihr Mut

Sie bewirbt sich für Sozialwohnungen, auch an private Vermieter hat sie geschrieben. „Aber bei den Besichtigungen habe ich gemerkt, dass ich keine Chance habe – mit der Zwangsräumung und meinem geringen Bafög.“ Wie schafft sie es, sich da noch auf die Schule zu konzentrieren? 

„Die Lehrer vom Münchenkolleg sind die Einzigen, die mir Mut machen, weil sie mich spüren lassen, dass sie an mich glauben.“ Ohne diesen Zuspruch wäre sie völlig verzweifelt. „Dabei will ich als Mutter meinen Kindern doch ein Vorbild sein.“

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