Die Münchner Architektin und Designerin Marie Aigner.
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Die Münchner Architektin und Designerin Marie Aigner.

Marie Aigner

Diese Architektin sorgt für Ruhe

Architektin und Designerin Marie Aigner ist für ihre urbanen und klassischen Lösungen im Bereich Architektur, Innenarchitektur, Möbeldesign und Produktentwicklung bekannt.

Wer kennt das nicht?! Man sitzt im Home Office und braucht Ruhe! Doch die Kinder toben, der Hund bellt und der geliebte Partner telefoniert so laut, dass man ihn durch alle Wände hören kann. Lärm kostet Nerven! Da kommen die schallabsorbierenden Interior-Elemente der Münchner Architektin Marie Aigner genau richtig!

Wann fühlt der Mensch sich wohl? „Wenn er in Ruhe leben kann“, hat Goethe einmal ganz richtig gesagt, doch das ist gar nicht so einfach! Vor allem im eigenen Wohnbereich ist es manchmal lauter als auf einem Flughafen. Ob es nun an den Nachbarn liegt, dem Verkehr draußen oder an all den Medien, die ständig benutzt werden, es wird immer geräuschvoller in unserem Leben. Manche Restaurants möchte man gar nicht mehr betreten. Auch Büros, Clubs, Museen, Galerien werden schnell zu Lärmzentralen. In all diesen Fällen können Peterchen, Paul und Rubens sicher weiterhelfen. Wer nun denkt, dass es sich dabei um fantastische Figuren handelt, hat recht. Diese drei und ihre exzentrischen Begleiter kommen aus der Ideen-Werkstatt der Münchner Architektin und Designerin Marie Aigner, die für ihre urbanen und klassischen Lösungen im Bereich Architektur, Innenarchitektur, Möbeldesign und Produktentwicklung bekannt ist und die mit ihrem Erfindungsgeist bis ins kleinste Detail überrascht. Ihr Motto lautet: „Gutes Design bündelt Funktion und Formgestaltung und erhebt es aus der Beliebigkeit.“

Ihre neuen Kreationen, deren Funktion sie als eine „Verleitung von Schallwellen“ beschreibt, erfüllen alle drei Voraussetzungen. Sie selbst ist eine Power-Frau mit großen Ideen. Grenzen überschreiten, Unmögliches möglich machen und das gerne gegen den Trend, ist genau ihr Ding! Mit ihrer „Knock Out“ Kollektion verwandelt Marie Aigner Lärm aller Art in ein angenehmes Hintergrundrauschen und verwöhnt damit nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen, denn das Design ist mehr als außergewöhnlich.

Impressionen: Marie Aigner

Smart Objekt.
Aigner Dirk Bader.
Marie Aigner
Meta Design Trafohalle.
Impressionen: Marie Aigner

Doch zunächst die Fakten: Die schallabsorbierenden Interior-Elemente können die Formen von Deckenelementen, Raumskulpturen, Trennwänden, Wand-Objekten, Lichtkörpern oder Kunstinstallationen annehmen. Anders als die meisten Schallabsorber sind sie also keine rein technischen und langweiligen Teile, die an Heizkörper oder Klimaanlagen erinnern. Stattdessen sind sie vollkommen wandelbar und unbedingte Hingucker. Hergestellt wird die außergewöhnliche Kollektion von der Münchner Firma „pinta acoustic“. Die Firma arbeitet nachhaltig und ökologisch zertifiziert mit recycelten und recycelbaren Materialien wie PET und Melaminharzschaum. Jedes Element kann ganz nach Wunsch in den Raum integriert werden. Natürlich wird der Schall des Raums damit nicht vollständig „verschluckt“, sondern nur gedämpft. „Schließlich möchte man sich ja gegenseitig hören oder der Musik lauschen“, erklärt Marie Aigner. „Trotzdem können die Menschen im Nachbarraum dann in Ruhe arbeiten.“

Vorbei also die Zeiten, als man mit dicken Teppichen und Vorhängen den Lärm dämmen wollte. Richtig funktioniert hat das nie, und die schweren Textilien haben eher für mehr Staub als für weniger Krach gesorgt. „Die Absorber steigern verlässlich die Sprachverständigkeit und der unangenehme Nachhall wird weniger“, sagt Marie Aigner. Wer einen solch schallgeschützten Raum betritt, bemerkt sofort den Unterschied zu „normalen“ Räumen, denn die Gespräche klingen selbst in hohen Räumen sehr angenehm. Das entspannt die Ohren und die Seele. Damit ein Absorber diesen Effekt erreicht, muss er an der richtigen Stelle des Raums stehen und eine bestimmte Fläche aufweisen. „Die notwendige Absorberfläche und die Position derselben ergeben sich aus dem Raumvolumen, der Form des Raumkörpers und der darin stattfindenden Nutzung wie z. B. Vorträge und Schulunterricht, Büro und Besprechungen oder (Sport-) Veranstaltungen – um ein paar Beispiele zu nennen“, erklärt Marie Aigner.

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Die Namen einiger Objekte wie z. B. George, Dumbo, Elton oder Rubens klingen wie Familienmitglieder, und genau das sind die schalldämmenden Exoten auch. „Als Kind habe ich mir immer viele Geschwister gewünscht,“ erzählt Marie Aigner. „Daraus ist damals nichts geworden, aber mittlerweile haben mein Mann und ich eine Patchwork-Familie. Meine Objekte erweitern zusätzlich und ständig den häuslichen Kreis und mein Sohn, das jüngste Familienmitglied, inspiriert mich sehr, wenn es um die Namensfindung eines neuen Mitglieds geht.“ Dabei gehören die „Neuen“ gerne zu den Exzentrikern. So ist „Elton“ eine Gestalt in Pink und Blau, die an den ursprünglichen Träger des Namens denken lässt und „all eyes on me“ zu rufen scheint. „Elton ist richtig cool“, sagt Marie Aigner. „Er ist nicht trendy im üblichen Sinn. Aber ich bin auch die Erste, die die Reißleine zieht, wenn etwas zu modisch ist. Dann kann man es bald nicht mehr sehen, weil es zu oft präsentiert wird.“ So sind ihre funktionalen Objekte auch ein Statement für mehr Unabhängigkeit und ein Spiegel ihrer Kreativität, die überrascht und immer in Bewegung bleibt.

Text: Ulla Jacobs

Kontakt

Marie Aigner Architektin BDA Studio für Architektur und Design
Höchlstraße 2
81675 München
Website: www.aigner-architecture.com
E-Mail: info@aigner-architecture.com

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