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Seit gut zwei Jahren leben hier Flüchtlinge: das Hotel Pollinger in Aubing.

Gründe sind unklar

Asyl-Unterkunft in Aubing schließt Ende März

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München - Die Stadt verteilt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vom Hotel Pollinger auf andere Einrichtungen – die genauen Gründe bleiben unklar.

Das Hotel Pollinger in Aubing, seit 2014 eine Einrichtung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, schließt Ende März. Mit dieser Nachricht hat das Sozialreferat die Betreuer der Diakonie Rosenheim und die ehrenamtlichen Helfer überrascht. „Wir sind aus allen Wolken gefallen“, sagt Dagmar Mosch.

Die Sprecherin der Grünen im örtlich zuständigen Bezirksausschuss (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied kann die Entscheidung der Regierung von Oberbayern, die die Immobilie angemietet hat, und des Stadtjugendamtes, das die Flüchtlinge dort untergebracht hat, nicht nachvollziehen. Man habe inzwischen einen Helferkreis aufgebaut, der mit den Jugendlichen regelmäßig zum Kegeln, Joggen oder Volleyball-Spielen gehen wollte. Auch ein Deutschlehrer sei jeden Tag ins Hotel gekommen. Fakt sei aber auch, so Mosch, dass zuletzt immer weniger Flüchtlinge dort wohnten. Laut Sozialreferat sind es jetzt 35 Jugendliche, die bis Ende März in anderen Einrichtungen im Stadtgebiet unterkommen sollen. Weitere Erklärungen zu den Hintergründen, warum die Einrichtung nun aufgegeben wird, wollte das Sozialreferat auf Anfrage nicht benennen.

Zwischenzeitlich lebten bis zu 80 Flüchtlinge in der Unterkunft, weiß der BA-Vorsitzende Sebastian Kriesel (CSU). Meist nach ein paar Wochen seien sie dann in Wohngruppen in München und im Landkreis umgezogen.

Betreiber des Hotels ist seit Mai 2013 das Münchner Unternehmen 2-Rent Group, das im Zusammenhang mit Flüchtlingen schon wegen Mietwucher-Vorwürfen in den Schlagzeilen war. Ob dies auch in Aubing eine Rolle bei der überraschenden Kündigung gespielt hat, will die Stadt nicht kommentieren. In Aubing ist zu hören, dass der Druck der Stadt, im Sommer 2014 möglichst schnell eine Unterbringung zu finden, den Preis hoch getrieben haben könnte. Gleichzeitig habe sich der Hotel-Eigentümer massiv darüber beschwert, dass das Haus völlig abgewirtschaftet sei, heißt es weiter.

Für Stadtrat Christian Müller (SPD) ist die Kündigung nachvollziehbar: „Aufgrund der bundesweiten Verteilung und aktuell sehr niedriger Zugänge an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gibt es keinen Druck wie bisher im Unterbringungssystem.“ Pädagogisch ungünstige und teure Hotel-Unterbringungen könnten zugunsten einer pädagogisch geeigneteren Behausung aufgegeben werden, meint Müller.

2015 waren laut Stadt etwa 4300 unbegleitete Minderjährige aufgenommen worden. Für 2016 würden zwar nicht weniger erwartet. Aber die Zahl der neuen Inobhutnahmen dürfte aufgrund der bundesweiten Verteilung deutlich sinken, heißt es. Für Sebastian Kriesel hat sich der Helferkreis für das Hotel Pollinger nicht umsonst gebildet: „Wir haben ja noch die Flüchtlingseinrichtungen an der Mainaustraße und in Freiham.“ Auch dort brauche man Unterstützung. Was ab April mit dem Hotel Pollinger passiert, ist bislang nicht zu erfahren.

Monika Wehrl-Herr

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