Tausende Pendler und Anwohner betroffen

Bombenalarm! Nichts ging mehr im Westen

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München - Eine Bombe wurde am Donnerstagabend an der Landsberger Straße in Laim gefunden. Wegen der Entschärfung ging dort und bei der S-Bahn nichts mehr.

Bombenalarm in München – und das gleich in zweifacher Ausfertigung! Während die Sprengung einer 500-Kilo-Fliegerbombe auf dem Domagk-Gelände (Schwabing-Freimann) am Nachmittag weitgehend unbemerkt über die Bühne ging, waren von der Entschärfung einer 450-Kilobombe in der Landsberger Straße am Abend Tausende Pendler betroffen.

Bombenfund in Laim

Bombenfund in Laim: Stammstrecke dicht

Donnerstagnachmittag, Schwabing-Freimann: Bei Bauarbeiten für ein Neubaugebiet auf dem ehemaligen Kasernengelände stoßen die Mitarbeiter einer Baufirma auf die Fliegerbombe. Der 500-Kilo-Koloss hatte dort seit Kriegsende 1945 gelegen. Ein Experten-Team rückt an – und erkennt ziemlich schnell, dass eine Entschärfung nicht möglich ist. Also muss gesprengt werden! Zum Glück ist das Areal weitläufig genug, dass niemand seine Wohnung verlassen muss. Auch die Straßen bleiben jederzeit befahrbar. Um exakt 17.55 Uhr ist es geschafft: Die Bombe ist gesprengt, kaum jemand hat etwas davon mitbekommen.

Anders dann die Situation in der Landsberger Straße zwischen Fürstenrieder Straße und Friedenheimer Brücke: Dort wird in Höhe der Behamstraße im Zuge von Straßenbauarbeiten ebenfalls am Nachmittag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. 1,20 Meter lang ist das Trumm, und hat einen Durchmesser von 30 Zentimetern.

Fahrgäste an der Donnersberger Brücke

Um größeres Chaos zu verhindern, sperrt die Polizei das Gebiet aber erst ab, nachdem der gröbste Teil des abendlichen Berufsverkehrs durch ist. Gegen 20 Uhr geht’s dann los: Die S-Bahn-Stammstrecke wird zwischen Donnersbergerbrücke und Pasing dicht gemacht. Alle Züge Richtung Stadtmitte enden ab sofort schon in Pasing, in Gegenrichtung ist die Donnersbergerbrücke vorübergehend Endstation. Die Pendler sollen am Bahnsteig ausharren, bis die Strecke wieder freigegeben werden kann. So zumindest der Plan. Schnell sammeln sich aber Tausende an den Bahnsteigen, sie schimpfen und fluchen, weil es (wieder einmal) zunächst keinerlei Durchsagen und zuverlässige Informationen gibt.

Um 20.15 Uhr geht auch auf der Landsberger Straße im Westen Münchens nichts mehr; Helfer der Feuerwehr sperren die Ausfallstraße ab, die Autofahrer müssen sich einen Weg um die Fundstelle herum suchen. Bis zu 1000 (!) Menschen müssen nach Auskunft eines Polizeisprechers ihre Häuser verlassen, sie werden mit Bussen der Feuerwehr weggefahren. Evakuiert werden muss auch ein Heim, in dem 24 behinderte Menschen leben. Um sie kümmern sich Helfer des Arbeiter Samariter Bunds. Bis diese Menschen alle in Sicherheit sind, verzögert sich der Beginn der Bombenentschärfung weiter. Immerhin: Die Bahn richtet gegen 20.40 Uhr einen Schienenersatzverkehr ein, die Pendler kommen mit Bussen, Trambahnen und Taxen weiter. Schließlich ist es 21.30 Uhr geworden. Jetzt wird’s ernst! Die Sprengstoffexperten machen sich ans Werk – mit Erfolg. Um 22 Uhr gibt die Polizei Entwarnung: Bombe entschärft.

Bis die Bombenstimmung der Pendler, die mit stundenlanger Verspätung nach Hause gekommen sind, restlos entschärft ist, kann es dagegen durchaus bis heute Vormittag dauern …A. Wille, M. Dürr

Rubriklistenbild: © dpa

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