Arbeiten dauern bis Ende August

Geothermie-Pause in Freiham

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Erst im vergangenen Sommer in Betrieb genommen, steht die Geothermieanlage in Freiham momentan still. Aber nur für wenige Wochen.

Bis voraussichtlich Ende August sollen Wärmetauscher für die entstehende Wohnsiedlung in Freiham Nord nachgerüstet werden, informierte Christian Plettl von den Stadtwerken München (SWM). In Freiham Nord werde ein spezielles Niedrigtemperaturnetz installiert, bei dem das im Münchner Westen geförderte Fernwärmewasser in den angeschlossenen Gebäuden sehr weit ausgekühlt werde. Das Besondere daran sei, dass das aus etwa 2500 Metern Tiefe geförderte Thermalwasser am Standort Freiham somit zwei Mal energetisch genutzt werden könne, sagt SWM-Sprecher Christian Miehling. Einmal werde das etwa 80 bis knapp 90 Grad heiße Wasser seit Herbst 2016 in das Münchner Fernwärmenetz eingespeist und decke die Grundlast des Wärmebedarfs in Freiham und benachbarter Gebiete im Münchner Westen. Das danach bis auf etwa 60 Grad abgekühlte Wasser werde dann durch Wärmetauscher in das Niedrigtemperaturnetz in Freiham-Nord eingespeist. Die Geothermie werde so besonders effizient genutzt. Nach seiner Nutzung werde das abgekühlte Wasser durch eine zweite Bohrung wieder zurückgeführt, sagte Miehling. Somit gehe kein Wasser verloren und der Kreislauf sei geschlossen.

Mit der Geothermieanlage in Freiham sparen die Stadtwerke nach eigenen Angaben jährlich etwa 22 500 Tonnen Kohlendioxid ein. Zur Frage im Aubinger Bezirksausschuss, ob denn das Thermalwasser nicht auch, wie zum Beispiel in Erding, für Bäder genutzt werden könne, sagte Miehling: „Das ist grundsätzlich eine Option, die sich mit dem weiteren Geothermieausbau eröffnet.“ Eine weitere Anlage werde ab 2018 beim Heizkraftwerk Süd entstehen und soll dann Ende 2019 in Betrieb gehen. Bis zu 30 Megawatt könnten hier in die Netze Innenstadt, Sendling und Perlach eingespeist werden.

Erklärtes Ziel der Stadtwerke ist es, München bis zum Jahr 2040 zur ersten Großstadt in Deutschland zu machen, die Fernwärme komplett aus regenerativer Energie und diese im Wesentlichen aus Geothermie sicherstellt. 

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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