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Rechtsstreit um den Maibaum an der Mainaustraße: Johann ­Slezak kämpft für das „Wahrzeichen“ des Westkreuz.

Eine Frage der Tradition

Aus der Baum! Westkreuzler kämpfen um Stangerl

Seit 30 Jahren steht der Maibaum an der Mainaustraße im Westkreuz. Doch das weiß-blaue Stangerl ist dem Eigentümer des Grundstücks ein Dorn im Auge. Warum nur?

Johann Slezak (80) ist fassungslos: Nach 30 Jahren soll der Maibaum an der Mainau­straße weg! Das weiß-blaue Stangerl steht auf einem Privatgrundstück. Dessen Eigentümer fordern: Der Baum muss sofort verschwinden!

„Der Maibaum ist unser Wahrzeichen! Wir Westkreuzler identifizieren uns mit ihm“, empört sich Slezak, der Vorsitzender der Interessenvereinigung Westkreuz (IVW) ist. Sie kümmert sich um Pflege und Unterhalt des Maibaums. Dessen Standort wurde vor 30 Jahren vertraglich vereinbart. Slezak erläutert: „Er ist untrennbar mit der Geschichte des Westkreuzes verbunden und trägt die Wappen der bis 1945 von Deutschen besiedelten Gebiete, aus denen viele Flüchtlinge den Stadtteil bevölkerten.“

Stangerl ist ein Dorn im Auge

Jetzt soll der Baum weg. Zumindest, wenn es nach der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) an der Mainaustraße geht, auf deren Grund sich der Baum befindet. Das Stangerl sei den Eigentümern schon länger ein Dorn im Auge, sagt Slezak: „Vor drei Jahren haben Unbekannte mutwillig die Schrauben am Baum gelockert. Wir haben sofort die Polizei eingeschaltet.“ Seither zweifelten die Eigentümer an der Verkehrssicherheit des Baumes.

Das sagt das Gutachten vom TÜV

„Wir haben alle erforderlichen Gutachten eingeholt. Der TÜV bescheinigt uns die Standfestigkeit des Baums. Die Versicherung hätte ihn doch gar nicht versichert, wenn es da Zweifel gäbe“, so Slezak. Im Mai dieses Jahres unterzeichneten beide Seiten sogar eine so genannte Haftungsfreistellung. „Darin ist festgehalten, dass die Eigentümergemeinschaft und ihr Verwalter keine Haftung für Schäden jeglicher Art durch den Maibaum übernehmen. Mehr Sicherheit für die Eigentümer gibt es doch gar nicht.“

Das sieht die WEG anscheinend anders: Vergangene Woche hatte Slezak das gerichtliche Schreiben in der Post. Die IVW hat nun 14 Tage Zeit, auf den anwaltlichen Antrag zu reagieren, den Baum zu entfernen. „Unser Gegenantrag ist schon in Arbeit. Wir sind guter Dinge, dass der Baum stehen bleiben kann“, sagt Slezak.

Der WEG-Verwalter wollte sich auf Anfrage der Redaktion nicht zum Fall äußern. Er verwies auf ein „schwebendes Verfahren“.

Nach einem halben Jahr Abstinenz sollte auf dem Viktualienmarkt wieder ein Maibaum stehen - doch drei Burschenvereine haben den Plan der Münchner Brauereien durchkreuzt.

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D. Schmitt

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