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Ein früherer Chef der Hebamme hatte die Klinik offenbar gewarnt.

Neue Details

Mordversuche: Ex-Chef warnte vor Hebamme

München - Nach der Verhaftung einer Hebamme an der Uniklinik Großhadern wegen des Verdachts auf vierfachen versuchten Mord kommen neue Details ans Licht: Offenbar hatte ein früherer Chef der Frau seine Münchner Kollegen gewarnt.

Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Demnach soll die Verdächtige Regina K. (33) während ihrer sechs Dienstjahre in einer Kieler Klinik mehrfach Müttern während der Geburt zu viel von einem Wehen-Mittel gegeben haben. Sie sei deswegen entlassen worden, habe aber erfolgreich dagegen geklagt, weil ihr nichts nachzuweisen war. Als er gehört habe, dass die Frau wieder als Hebamme arbeitet, habe ihr Kieler Ex-Chef die bayerischen Kollegen gewarnt, schreibt das Blatt.

Wie berichtet, war Regina K. am vorvergangenen Freitag verhaftet worden, nachdem die Klinik der Frau auf die Schliche gekommen war. Sie soll vier Frauen jeweils vor dem Kaiserschnitt den Gerinnungshemmer Heparin verabreicht haben. Der blutverdünnende Stoff verursachte lebensgefährliche Blutungen bei den Frauen. Den Ärzten fiel die ungewöhnliche Häufung der Komplikationen auf, Regina K. war als einzige Person bei allen vier Geburten dabei. Sie bestritt die Vorwürfe zunächst und schweigt mittlerweile.

Auch der „Spiegel“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über den früheren Verdacht gegen die Hebamme. Demnach wurde die Vorgeschichte der Frau vor eineinhalb Jahren in Großhadern bekannt und Regina K. daraufhin zum Gespräch gebeten. Doch sie überzeugte ihre Vorgesetzten offenbar mit ihrem tadellosen Zeugnis. Uwe Hasbargen, Leiter des Zentrums für Geburtshilfe am Klinikum, sagte gegenüber dem „Spiegel“, es habe sich bei den früheren Vorwürfen in Kiel um eine „andere Substanzklasse“ gehandelt. Das Medikament sei ohne Indikation eingesetzt worden. Wäre die Wirkung „nicht korrigiert“ worden, hätte auch dort Gefahr für das Leben von Mutter und Kind bestanden. Dem Magazin zufolge prüft die Staatsanwaltschaft derzeit, ob auch die Kinder in Lebensgefahr schwebten. Dann müsste sich Regina K. möglicherweise wegen versuchten Mordes in neun Fällen verantworten – eine der betroffenen Frauen war schwanger mit Zwillingen. akg

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