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Auf Tuchfühlung ging BR-Moderator Matuschik (li.) zum mehrfach vorbestraften Neonazi Philipp Hasselbach (re.)

Spontan-Demo in Pasing

Radiomoderator Matuschik bringt Neonazi aus dem Konzept

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München - Für den Bayern-3-Radiomoderator Matthias Matuschik, auch bekannt unter dem Spitznamen Matuschke, war der Samstag „ein sehr schöner Tag“: Er hat eine Veranstaltung des Neonazis Philipp Hasselbach in Pasing gestört.

Die Polizei nahm ihm zwar das Mikrofon weg, doch die Unterstützer des Moderators machten weiter so einen Lärm, dass Hasselbach und seine neun Anhänger nicht zu verstehen waren. „Da habe ich den falsch Gescheitelten mal kurz aus der Fassung gebracht“, postet Matuschke auf Facebook.

„Am Freitag haben die Pasing Arcaden sich bei mir gemeldet“, erzählte der 50-jährige Moderator am Sonntag unserer Zeitung. Sie hätten von dem Info-Stand Philipp Hasselbachs für ein „Deutsches München“ und gegen die „Asylflut“ zwischen Pasinger Bahnhofsplatz und Arcaden berichtet. „Schnell und spontan“ habe der Obermenzinger entschieden, sich als Privatperson gegen Veranstaltungen von Neonazis in seiner Nachbarschaft zu wehren. Eine Gegenveranstaltung anzumelden, sei am Freitagnachmittag nicht mehr möglich gewesen. Also habe er sich entschlossen, offiziell mit Mikrofon und Musik einen Fahrradladen dort zu unterstützen, ihre Räder an den Mann zu bringen.

Polizei nahm BR-3-Moderator Matthias Matuschik 20 Minuten das Mikro weg

Ab 16 Uhr stand Hasselbach am Samstag wie geplant an seinem Stand nahe den Pasing Arcaden. „Man hat ihn nicht genau verstanden, er sagte etwas wie ,Deutschland den Deutschen’“, berichtet Matuschik. „Ich drehte die Musik auf und die Leute grölten.“ Ständig hätten sich neue Leute der Spontan-Demo angeschlossen, etwa 200 seien es gewesen, so der Moderator. „Besonders lustig fand ich, dass Hasselbach sein Megaphon ausgerechnet an einem Toyota montiert hatte“, sagt Matuschik.

Leider sei die Polizei per Gesetz „dazu verdonnert“, dafür zu sorgen, dass auch derartige Veranstaltungen ungestört abgehalten werden können. „Also nahmen die Polizisten mir etwa 20 Minuten lang das Mikro weg und stellten die Musik leiser.“ Doch die Reaktion der Leute sei „überwältigend“ gewesen: Sie hätten so laut weiter gegrölt, dass man die Rechten auch ohne Musik nicht verstanden hätte. „Der Großteil der Leute steht bei solchen Sachen zum Glück hinter mir“, erzählt der Moderator.

"Tolle Aktion" kommentierten Nutzer auf Matuschkes Facebook-Seite

„Tolle Aktion!“, kommentierten die Nutzer auf Matuschkes Facebook-Seite. Der 50-Jährige moderiert am kommenden Samstag unentgeltlich ein Flüchtlingsfest in der Bayernkaserne. „Jeder ist eingeladen, sich dort umzusehen.“ Bei seiner Aktion in Pasing sammelte der Moderator bereits spontan 726 Euro für das Fest. „Jeder von uns muss jetzt Laut geben und Rechte aus dem Konzept bringen, im Biergarten, im Restaurant, überall“, fordert Matuschik. Die schweigende Mehrheit sei nicht mehr zu akzeptieren.

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