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Regina K. (2.v.r.) arbeitete als Hebamme in Großhadern.

Hebamme siegt vor Gericht

Sieben Mordversuche im Dienst? Aber Kündigung unwirksam

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München - Regina K. (34) ist die Hebamme, die laut Anklage sieben werdende Mütter an den Rand des Todes brachte. So eine Angestellte will jeder Arbeitgeber loswerden. So einfach ist das allerdings nicht.

Als die Uni-Klinik im August 2014 von den ungeheuerlichen Vorwürfen erfuhr, kündigte sie K. fristlos. Kurzer Prozess. So weit, so konsequent. Der Haken an der Sache: Regina K. hat gegen die Verdachtskündigung geklagt. Und Recht bekommen.

Das hat am Mittwoch das Arbeitsgericht München entschieden. Das Gericht erklärt das Urteil so: Für eine Kündigung fehlten die Beweise! Eine Verdachtskündigung könne gerechtfertigt sein, wenn sich „starke Verdachtsmomente auf objektive Tatsachen gründen“ und geeignet sind, „das für die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erforderliche Vertrauen“ zu zerstören. „Der Verdacht muss auf konkrete Tatsachen gegründet sein, die vom Arbeitgeber darzulegen und gegebenenfalls zu beweisen sind.“ Die vom Arbeitgeber „vorgetragenen Umstände reichen nicht aus, um einen dringenden Tatverdacht anzunehmen“, schreibt das Gericht. In arbeitsgerichtlichen Verfahren darf das Gericht einen Sachverhalt nicht von Amts wegen ermitteln. Einer Entscheidung liege daher – ganz anders als im Strafverfahren – nur der Sachverhalt zugrunde, der in der Verhandlung von den Parteien auch vorgetragen wird. Das Gericht weiter: Der Vortrag des Arbeitgebers sei „unzureichend“, ein Grund für die außerordentliche Kündigung könne deshalb „nicht festgestellt“ werden.

Regina K. war seit 2012 bei der Uni-Klinik Großhadern angestellt. Ihr Arbeitsvertrag war zuletzt bis zum 30. April 2015 befristet. Im Juli 2014 hatte die Klinik Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, Regina K. wurde daraufhin am 18. Juli im Kreißsaal festgenommen. Die Kündigung erfolgte am 5. August. Außerordentlich und fristlos – weil die Klinik K. verdächtigte, ihren Kaiserschnitt-Patientinnen den Blutverdünner Heparin verabreicht zu haben. Die Klinik wollte den Fall am Mittwoch noch nicht kommentieren.

Lesen Sie hier: Während der Entbindung - "Mein Horror mit der Hebamme"

T. Scharnagl

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