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Wir die U-Bahn bis nach Pasing verlängert? Die Stadt hat die Planungen wieder aufgenommen.

Stadt plant wieder an der Pasinger U-Bahn

München - Die U-Bahn-Verlängerung bis nach Pasing schien mausetot. Wegen der Finanzlage wurde das Projekt eingemottet. Jetzt aber prüft die Stadt erneut zwei mögliche Varianten.

Der Traum von der Verlängerung der U-Bahn ab Laim bis Pasing lässt die Pasinger seit Jahren nicht los. Einmal wähnte man sich schon fast am Ziel, die Pläne für die Trasse lagen fast fertig in der Schublade und OB Christian Ude präsentierte das Projekt mehrfach als „feste Größe“ für den Stadtteil – bis das Geld knapp wurde. Dann rückte plötzlich die Trambahn in den Fokus der Stadtoberen. Doch die Pasinger gaben nicht auf, Bezirksausschuss und Bürger pochten auf das Versprechen. Konkrete Pläne gibt es nun zwar immer noch nicht – doch beschäftigt man sich im Baureferat in letzter Zeit offensichtlich wieder intensiver mit der U-Bahn-Verlängerung.

Baudirektor Lothar Eicher und Hauptabteilungsleiter Ralf Wulf vom Ingenieurbau berichteten nun dem Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing über den aktuellen Sachstand. Konkret hat man gerade zwei alternative Strecken untersucht. Erste Möglichkeit: die U-Bahn fährt oberirdisch in den Pasinger Bahnhof ein. Über den Haupttunnel des Pasinger Bahnhofs könnten die Fahrgäste dann barrierefrei zum Bahnsteig an Gleis 1 und Gleis 0 gelangen. Einen weiteren Zugang gäbe es vom Rad- und Fußwegtunnel aus. Richtung Laim würde die Bahn oberirdisch auf einer Brücke über die Offenbachstraße geführt und dann mit einer Neigung von 40 Promille in den Untergrund abtauchen. Unter drei Privatgrundstücken nimmt sie Fahrt auf bis zum geplanten Bahnhof „Am Knie“, danach ginge es weiter Richtung Willibaldplatz. Auf den Geldbeutel schlüge besonders die Führung des U-Bahn-Tunnels unter der dann bereits bestehenden Nordumgehung. Dort müssten zwei Abwasserkanäle verlegt werden.

Die zweite Variante sieht einen unterirdischen U-Bahnhof unter der zukünftigen Promenade an den Pasing Arcaden vor, der Tunnel bis Am Knie müsste hauptsächlich bergmännisch gebaut werden.

Laut Ingenieur Ralf Wulf haben aber beide Alternativen mehrere Haken. Unter anderem wegen der näheren Umsteigebeziehung zur S-Bahn bevorzugt das Baureferat die oberirdische Einfahrt in den Pasinger Bahnhof. Doch dazu müsste die Bahn ihre Zustimmung geben. Aber: „Wir haben Schwierigkeiten gehabt, bei der Bahn einen Ansprechpartner zu finden“, so Wulf. Bevor nicht klar sei, wie es genau mit der S-Bahn weitergehe, werde man hier keine klare Aussage bekommen.

Den Bahnhof unter der Promenade könnte man zwar unabhängig von der Bahn bauen, er wäre allerdings weitaus aufwändiger und teurer. „Hier eine positive standardisierte Bewertung zu bekommen, wird sicher schwierig“, urteilt Wulf. Mit diesem Verfahren wird ausgerechnet, ob sich das Bauprojekt später wirtschaftlich lohnt. Immerhin gab es für diese Variante schon einmal eine Genehmigung der Regierung von Oberbayern, die mittlerweile abgelaufen ist. Eine neue Genehmigung zu bekommen, sei aber „nicht übermäßig aufwändig“, so Wulf, sondern innerhalb eines halben Jahres zu realisieren. Allerdings könne man hier keine Varianten beantragen, sondern muss sich für eine Streckenführung entscheiden.

Im Moment warten die Ingenieure noch auf aktuelle Strukturdaten aus dem Planungsreferat, um die Kosten berechnen zu können. Sie sollen spätestens in drei Monaten vorliegen. Wulf: „Dann bereiten wir einen Beschluss für den Bauauschuss vor.“ Damit wollen sich die Ingenieure den Auftrag für eine standartisierte Bewertung holen und die Anweisung, wie mit der Bahn weiter verhandelt werden soll. Es schaut so aus, als ob die U-Bahn nach Pasing noch länger ein Traum bleiben wird.

von Nicole König

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