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Die Brüder Johannes (l.) und Matthias Meyer mit Koch Heiko Baier im Stenz

Neues Lokal

So schmeckt Bayern

München - In Sendling haben zwei Brüder das „Stenz“ eröffnet – ein Lokal, in dem nur Regionales auf den Tisch kommt

Tee vom Chiemsee, Whisky vom Schliersee, Aperol Spritz aus Traunstein – im Sendlinger Stenz kommen ausschließlich regionale Produkte auf den Tisch. Sogar die Möbel stammen aus den Werkstätten bayerischer Schreiner. Die Brüder Matthias (38) und Johannes (34) Meyer haben das Lokal erst kürzlich an der Lindwurmstraße eröffnet. Ein Herzensprojekt zweier Bayern, die an das Glauben, was ihre Heimat zu bieten hat.

Matthias und Johannes Meyer, die auch das Starnberger Catering-Unternehmen Rex Bavariae führen, haben im März angefangen, den leer stehenden Räumen ihren Stempel aufzudrücken. Den Stenz-Stempel. Locker, lässig – und vor allem zu 100 Prozent bayerisch. Aber nicht klischeehaft. „Wir wollten keine Wirtshausatmosphäre, keine dunkle Wandvertäfelung“, sagt Matthias Meyer. Stattdessen ein Lokal, das den Trend zur Regionalität ernst nimmt wie kaum ein anderer Gastronomiebetrieb in der Stadt. Koch Heiko Baier (42) verarbeitet für seine Fleischpflanzerl, den Wildkräutersalat und die vielen anderen Schmankerl ausschließlich bayerische Produkte – vom Ei über die Sojabohne bis zum Fisch. „Es gibt so viele Bayern, die etwas Tolles machen“, sagt Matthias Meyer. „Wer hier lebt, braucht keine Lebensmittel, die um die ganze Welt gereist sind.“ Trinkwasser aus der Münchner Schotterebene statt aus den französischen Alpen. Hopfen- statt Orangenlimo. „Den Senf machen wir sogar hier in der Küche“, betont Matthias Meyer.

Eine weitere – und überaus wohlschmeckende – Besonderheit des Lokals sind die Kuchen. Dass die besten in Omas Küche entstehen, ist kein Geheimnis. Kein Wunder also, dass die Brüder Meyer die süßen Sünden von zwei älteren Damen mit Konditoren-Talent backen lassen. Die „Omis“ wie Matthias Meyer seine Konditorinnen nennt, wohnen in der Nachbarschaft und bessern damit ihre Rente auf. Spezialistin für Käsekuchen (3,50 Euro) ist Oma Erika. Oma Ilse dagegen bäckt eine selbstkreierte Spezialität – Kaiserschmarrntorte (3,50 Euro). Die Zutaten hierfür verrät Oma Ilse nicht. Geheimrezept. Aber den Grundsatz der Regionalität hält sie freilich ein, genau wie Oma Erika. Ehrensache.

Nach wem die Brüder Meyer ihr Lokal benannt haben ist nicht schwer zu erraten – nach Helmut Dietls Filmfigur, dem ewigen Stenz. Dietl hat den von Helmut Fischer verkörperten Monaco Franze unter anderem wie folgt beschrieben: „Von etwas windiger Eleganz, der jeweils herrschenden Mode immer einen Schritt vorausstolzierend. Er legt Wert auf Umgangsformen beziehungsweise das, was er dafür hält, und schafft es, das oberste Ausstrahlungsziel nicht aus den Augen zu verlieren: immer cool und lässig zu sein.“ Das passt zum Flair des neuen Sendlinger Lokals, das tagsüber Café und abends Bar ist. Unter der weißen Bodenfarbe zeichnet sich das alte Fischgräten-Parkett ab. Die Stühle bleiben Wirtshausstühle, daran ändert auch die rote Farbe nichts. Das Stenz hat das Potenzial eines angesagten Münchner Szene-Cafés – ohne übertrieben chic daherzukommen. Hier geht's nicht zu wie in München, sondern wie in Sendling, dem ehemaligen Arbeiterviertel.

Dazu passen die Preise, die erschwinglich sind: Einen Café Crema mit Bohnen aus Landsberger Röstung gibt’s für 2,90 Euro, Bio-Saftschorlen für 3,50 Euro und das Münchner Schnitzel in Meerrettich-Panade kostet 8,95 Euro

Das Stenz, Deli, Tagescafé und bayerische Bar in der Lindwurmstraße 122 hat Montag bis Donnerstag von 9 bis 23 Uhr geöffnet, Freitag und Samstag bis 1 Uhr und sonntags zwischen 9 und 18 Uhr. Telefon: 0172/8193 380

Franziska Bär

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