Dieter Reiter Markus Söder Oktoberfest 2019
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Dieter Reiter (SPD, l), Oberbürgermeister von München, überreicht Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nach dem traditionellen Fassanstich zur Wiesn 2019 einen Masskrug.

Entscheidung spätestens im April

Wackelt Wiesn 2022 schon wieder? München-OB stellt klar: „Bevor so etwas kommt, lassen wir es lieber sein“

  • Lukas Schierlinger
    VonLukas Schierlinger
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Eine „kastrierte Wiesn“ werde es mit ihm nicht geben, hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter klargestellt. Oktoberfestfans müssen sich gedulden.

München - Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will „allerspätestens im April nächsten Jahres“ über das Oktoberfest 2022 entscheiden. Er werde alles dafür tun, dass es dann eine Wiesn gebe, sagte Reiter der Augsburger Allgemeinen (Samstag).

München: Kann Oktoberfest im Jahr 2022 wieder stattfinden? OB Reiter über aktuellen Eindruck

„Ich möchte auf jeden Fall, dass es in meiner Amtszeit bei zwei Wiesn-Absagen bleibt.“ Deshalb habe er sich schon vor den Sommerferien mit Wiesnchef und Wirtschaftsreferenten Clemens Baumgärtner sowie Wiesn-Experten getroffen. „Ich wollte ein Gefühl dafür bekommen, was wir überhaupt machen können, ohne den Charakter der Wiesn zu beschädigen.“ Baumgärtner hatte jüngst eine optimistische Oktoberfest-Prognose fürs Jahr 2022 gewagt.

Es werde keine Wiesn für alle geben. „Wenn sich jemand nicht testen oder impfen lassen will, dann wird er auch 2022 nicht aufs Oktoberfest gehen können“, erklärte Reiter gegenüber der Zeitung. Es gebe für die Umsetzung verschiedene denkbare Varianten, technische und personelle Kontrollen. „Nur bei den Kindern müssen wir natürlich eine Ausnahme machen, sonst ist es kein echtes Volksfest!“

Reiter gegen „kastrierte Wiesn“ - „Bevor so etwas kommt, lassen wir es lieber sein“

In den Zelten werde es keine Beschränkungen geben können - „etwa dass Abstände eingehalten werden müssen, Maske getragen werden muss oder nur jede fünfte Bank belegt werden darf.“ Eine „kastrierte Wiesn“ könne es nicht geben. „Das ist dann kein Oktoberfest. Bevor so etwas kommt, lassen wir es lieber sein. Es muss so funktionieren, dass das Flair und die Stimmung auf dem Oktoberfest so sind, wie sie vorher auch waren. Andernfalls machen wir unsere Wiesn kaputt.“

Reiter hätte als OB an diesem Samstag um 12.00 Uhr das erste Fass Bier angezapft und damit das Volksfest eröffnet. Wegen der Pandemie hatten er und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Anfang Mai das Oktoberfest jedoch zum zweiten Mal abgesagt. Stattdessen beginnt in der Landeshauptstadt am 18. September nun die sogenannte „Wirtshauswiesn“. (dpa/lks)

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