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In diesem Haus soll die Schnäppchen-Wohnung sein.

Sie bieten erfundene Wohnungen an und kassieren dann ab

Vorsicht vor fiesen Miet-Abzockern!

München - Sie haben frei erfundene Namen und bieten Wohnungen an, die es gar nicht gibt. Die Angebote sind verlockend. Aber: Vorsicht vor diesen fiesen Miet-Abzockern!

Sie heißen Paul Kenneth Foltyn, Peter Stan, Fred Wray oder Lena Göttmann – und ihre Namen sind frei erfunden. Ebenso die Abzock-Angebote, die sie zigfach in Immobilienportalen ins Internet stellen. Lena Göttmann zum Beispiel vermietet eine 2-Zimmer-Wohnung, 80 Quadratmeter in der Isarvorstadt. Für unglaubliche 600 Euro kalt. Bestens ausgestattet, versteht sich. Kontakt wünscht die angebliche Vermieterin nur per E-Mail. Als Antwort – ein paar Zeilen in Englisch. Sie könne leider die Wohnung nicht persönlich zeigen. Aber sie habe eine Lösung. Für 600 Euro Kaution würde sie den Schlüssel schicken, der Interessent könne sich das Objekt selbst anschauen.

Die tz hat sich das Haus angeschaut, in dem die tolle Wohnung zu vermieten ist. Es ist ein Geschäftshaus in der Innenstadt. Rechtsanwälte, ein Steuerberater, eine Bank sind hier niedergelassen. Von einer Wohnung, die zu vermieten sei, wissen die Geschäftsleute nichts. Auch eine Lena Göttmann ist hier nicht bekannt.

Viele Wohnungssuchende sind auf die üble Masche schon hereingefallen, haben jeweils viele hundert Euro an ein ausländisches Konto gezahlt – in der Hoffnung, sie bekämen so ihre Traumwohnung. Der Traum zerplatzt regelmäßig nach der Überweisung, der vermeintliche Vermieter existiert nicht mehr, ist untergetaucht. E-Mails werden nicht mehr beantwortet.

Die bayerische Verbraucherzentrale warnt, auf ein solches Angebot einzugehen. „Leisten Sie keine Vorkasse, das Geld bekommt man nicht zurück“, sagt Juristin Tatjana Halm. „Es ist nicht üblich, gegen Kaution einen Wohnungsschlüssel zu erhalten.“

Die Wohnungsbetrüger treiben bundesweit ihr Unwesen, bieten zu Hauf frei erfundene Luxuswohnungen zu Schnäppchenpreisen an. Zwar sind die Betreiber der Immobilienportale bemüht, die Betrüger rechtzeitig zu enttarnen. Doch es reicht, wenn ein Traum-Angebot für ein paar Stunden im Netz steht. In dieser Zeit haben bereits viele Interessenten Kontakt zu den Abzockern aufgenommen – die Warnung kommt oft zu spät.

Dabei ist es ziemlich einfach, den Betrug zu erkennen: Die „Vermieter“ inserieren im Internet Wohnungen in teuren Stadtteilen – zu einem unschlagbar günstigen Preis. Die Kontaktaufnahme erfolgt nur per E-Mail. Die Betrüger behaupten wortreich geschäftlich im Ausland zu sein, meist ist es Großbritannien. Sie bieten an, den Wohnungsschlüssel zuzusenden – gegen eine Kaution, versteht sich. Die Interessenten sehen jedoch weder den Schlüssel zur fiktiven Wohnung noch bekommen sie ihr Geld wieder.

So können Sie sich schützen

- Bei unrealistisch niedrigen Preisen für hochwertige Wohnungen müssen die Alarmglocken schrillen. Erst recht, wenn sie in teuren Stadtteilen von München, Hamburg oder Berlin angeboten werden.

- Vorsicht, wenn der angebliche Vermieter behauptet, er könne die Wohnung nicht persönlich zeigen.

- Vorsicht ist immer geboten, wenn für eine Leistung Vorkasse verlangt wird, wie etwa eine Kaution für einen Wohnungsschlüssel. Die Zusendung des Wohnungsschlüssels gegen eine Gebühr ist unüblich.

- Ist ein Kontakt zum Anbieter von Wohnungen nur per Telefon oder E-Mail möglich, sollten sich Interessenten zurückhalten.

Jacob Mell

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