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Die 3-S-Zentrale im Hauptbahnhof ist zuständig für 240 Live-Kameras (roter Kreis).

Ein Blick in die Schaltzentrale

900 Kameras für die Sicherheit: Hier überwacht die Bahn

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Um eine höhere Sicherheit zu gewährleisten investiert die Deutsche Bahn in eine bessere Überwachung. Die tz hat einen Blick in die Schaltzentrale geworfen.

München - Betrunkene, Randalierer und Schläger – in Zügen und auf den Bahnhöfen kommt es oft zu Problemen. 1900 Gewalttaten zählte die Deutsche Bahn im Jahr 2016. Zugenommen haben die Angriffe auf Bahn-Mitarbeiter (2016: 420, 2015: 360). Die meisten Attacken ereignen sich bei Fahrkartenkontrollen und bei Fußballspielen – oft im Zusammenhang mit Alkohol. Und nahezu 30 Prozent der Übergriffe passieren zur Wiesn-Zeit! Daher investiert das Unternehmen in Sicherheit und Überwachung. Sogar Mitarbeiter mit eigenen Einsatzhunden werden gesucht. Die Tiere sollen extra ausgebildet werden und im Dienst einen Maulkorb tragen.

Neben den drei so genannten 3-S-Zentralen (Sicherheit, Sauberkeit und Service) gibt es seit ein paar Wochen eine neue Lage- und Einsatzzentrale (LEZ). Die befindet sich in der DB-Zentrale an der Donnersbergerbrücke. Dort kümmern sich Mitarbeiter rund um die Uhr für ganz Bayern fortan zentral um alle sicherheitsrelevanten Meldungen und koordinieren die Einsätze zusammen mit Polizei oder Rettung.

In München etwa leiten die Mitarbeiter der 3-S-Zentrale alle Sicherheits-Meldungen an das LEZ weiter. Im Hauptbahnhof wiederum ist das DB-Team für alle Bahnhöfe in Schwaben und Oberbayern zuständig. 900 Kameras, 580 davon im Großraum München. 90 Notrufsäulen, 125 Aufzüge und 15 Brandschutzmelder.

Auch in den S-Bahnen wird viel überwacht: 4000 Kameras im MVV-Gebiet, 6300 in ganz Bayern. Das wirkt! Der Vandalismus ist im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf rund 1150 Fälle zurückgegangen. Trotzdem wollen DB und Bund bis 2023 rund 85 Millionen Euro in den Ausbau von Videotechnik investieren.

Die 3-S-Zentrale

In der 3-S-Zentrale am Münchner Hauptbahnhof kümmern sich die Mitarbeiter um alle Bahnhöfe in Schwaben und Oberbayern. Von den insgesamt 900 Kameras zeichnen 660 nur auf, aber 240 können zur Live-Überwachung direkt angewählt werden. Dann hat DB-Mitarbeiterin Lisa Schürer (25) mögliche Verstöße und Störungen im Blick (1, siehe Bild unten). 

Der Monitor unten links (2) zeigt den Streckenplan, an welcher Stelle sich Kameras für die Live-Überwachung befinden und welche Nummer sie haben. Auf dem Bildschirm daneben (3) laufen die Störungsmeldungen ein, die von den Mitarbeitern in der Zentrale abgearbeitet werden. Welcher Mitarbeiter im Außendienst gerade wo im Einsatz ist, zeigt der Monitor rechts daneben (4). Der Touchscreen (5) dient zur Auswahl der Kameras in den jeweiligen Bahnhöfen. Mit dem Panel lassen sich die Live-Bilder auf die Monitore oben aufschalten. Der Joystick (6) bedient die Kameras vor Ort.

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