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Angst vor hohen Nachzahlungen für Strom und Heizung: Mit einem Fonds will die SPD armen Münchnern helfen

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Von: Sascha Karowski

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Rentnerin Anni Eimann hat Angst vor hohen Nachzahlungen für Strom und Heizung.
Rentnerin Anni Eimann hat Angst vor hohen Nachzahlungen für Strom und Heizung. © Achim Frank Schmidt

Um arme Menschen bei etwaigen Nachzahlungen für Strom und Heizung zu entlasten, will die SPD im Münchner Stadtrat einen Fonds einrichten. Hilfe soll es schnell und unbürokratisch geben. Der Fonds könnta auch aufgestockt werden, falls das Geld nicht reicht.

München - München ist eine teure Stadt. Und günstiger wird es auch so schnell nicht mehr. Wer es nicht glaubt, der sollte mal Anni Eimann fragen. Die 69-jährige Rentnerin hat im Monat 400 Euro zum Leben. Und sie hat Angst. „Wenn jetzt die Nachzahlungen für Strom und Heizung kommen, da habe ich große Bedenken. Da werde ich nervös.“ Menschen wie Anni Eimann möchte die Stadt nicht alleine lassen.

SPD-Chefin Anne Hübner: „Die Lebenshaltungskosten explodieren gerade, Lebensmittel werden teurer“

„Das kann nicht sein, dass Menschen wegen möglicher Nachzahlungen in Angst leben“, sagt SPD-Stadtrat Roland Hefter. Seine Fraktion beantragt daher nun finanzielle Hilfe. Für alle Menschen, die es benötigen, soll über einen Energiekostenfonds Geld zur Verfügung gestellt werden. Das Angebot richtet sich an alle Münchner, die etwaige Nachzahlungen nicht stemmen können. „Die Lebenshaltungskosten explodieren gerade“, sagt SPD-Chefin Anne Hübner. „Lebensmittel werden immer teurer, gestiegene Energiepreise fressen Tarif- und Rentensteigerungen auf.“ Es brauche eine großzügige Lösung. „Vor allem für die Menschen, die keinen Anspruch auf Grundsicherungen haben, aber zu wenig verdienen, um hohe Nebenkostennachzahlungen schultern zu können.“

Wie viel Geld die Stadt in die Hand nehmen wird, ist offen. Hübner geht aber wohl von mindestens 10 000 eher 15 000 Haushalten aus, die unverschuldet in Not geraten könnten. Der städtische Fonds soll gegebenenfalls auch aufgestockt werden, falls das Geld nicht ausreicht. Der Antrag geht im Laufe der nächsten Tage an die Verwaltung. Über das Angebot soll im Rahmen einer Info-Kampagne hingewiesen werden.

SPD-Stadtrat Christian Köning: „In München wird niemand frieren oder im Dunkeln sitzen müssen“

SPD-Stadtrat und Parteichef Christian Köning sagte dazu am Dienstag: „Wir werden sicherstellen, dass in München niemand frieren oder im Dunkeln sitzen muss. Das darf in unserer so reichen Stadt nicht sein und das ist zurecht die Erwartung der Menschen an die SPD.“ Einige Mineralölkonzerne und Spekulanten machten mit der Energiekrise hohe Gewinne, das müsse aber auf anderen Ebenen verhindert werden. „Wir nehmen hier in unserer Stadt ganz konkret den Münchnern in diesen herausfordernden Zeiten die Angst“, sagt Köning. Bei Anni Eimann funktioniert das bereits. Angesprochen auf das Angebot der Stadt, sagt die 69-Jährige: „Das finde ich gut. Es beruhigt mich schon ungemein, zu wissen, dass die Stadt da ist.“

Hilfe für Arme: Nicht nur die Stadt greift ein - auch der Verein „Ein Herz für Rentner“

Nicht nur die Stadt greift armen Menschen unter die Arme. Der Verein „Ein Herz für Rentner“ unterstützt bundesweit mit finanziellen Mitteln Menschen, die in Deutschland gearbeitet, in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben und deren Rente dennoch für die wichtigsten Dinge im Leben nicht ausreicht. Der Verein hilft ebenso Rentnern mit Witwenrente und aufstockender Grundsicherung im Alter. Anni Eimann nutzt das Angebot seit zwei Jahren, nicht nur bei finanziellen Schwierigkeiten. „Wir machen auch viele Veranstaltungen“, sagt die 69-Jährige. „Ich kann nur jedem raten, sich dort zu melden. Seitdem ich dabei bin, geht es mir besser.“ Infos: www.einherzfuerrentner.de/

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