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Aus für Personal-Referent Dietrich - Münchens CSU ist sauer auf SPD: „Ideologische Verblendung“

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Von: Sascha Karowski

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Münchens CSU-Fraktionsvorsitzender Manuel Pretzl kritisiert das Aus von Alexander Dietrich.
Münchens CSU-Fraktionsvorsitzender Manuel Pretzl kritisiert das Aus von Alexander Dietrich. © Marcus Schlaf

Münchens CSU ist sauer, weil die SPD mit Alexander Dietrich einen Referenten der Union aus dem Amt kegelt. „Die Entscheidung ist ein zusätzliches Indiz für die ideologische Verblendung dieser Partei“, wetterte CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl am Dienstag.

München - Die CSU im Münchner Stadtrat, aber auch die Partei kritisieren die Entscheidung der SPD, Personalreferent Alexander Dietrich durch einen Genossen zu ersetzen. „Die Entscheidung ist ein zusätzliches Indiz für die ideologische Verblendung dieser Partei“, wetterte CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl am Dienstag.

Wie berichtet, hatte die SPD entschieden, die Amtszeit von Dietrich nicht zu verlängern. Stattdessen soll der Stadtdirektor im Kreisverwaltungsreferat, Andreas Mickisch (SPD), den Posten übernehmen. „Unbestritten ist, dass Alexander Dietrich in seiner Funktion als Referent von unterschiedlichsten Seiten höchste Anerkennung mit breiter interfraktioneller Zustimmung genießt“, sagt Pretzl. Erst vergangene Woche habe der Stadtrat parteiübergreifend und einstimmig die größte Verwaltungsreform in der Personal- und Organisationsarbeit der Stadt München beschlossen. „Dass sich bei dieser so wichtigen Personalie die zweite und dritte Reihe der SPD durchsetzt, ist beschämend“, sagte Pretzl weiter. Wie berichtet, hatten sich dem Vernehmen nach führende Sozialdemokraten, aber auch Teile der Grünen für einen Verbleib Dietrichs ausgesprochen, waren aber am Widerstand aus der SPD gescheitert.

München: CSU-Chef Manuel Pretzl kritisiert „ideologische Herangehensweise“.

„Die ideologische Herangehensweise der SPD zeigt die rückständige Denkweise, mit personalpolitischen Entscheidungen umzugehen. Bei diesen Personalien sollte die Qualität und Kompetenz im Vordergrund stehen und nicht das Parteibuch über Vertragsverlängerungen entscheiden“, sagt Pretzl.

Münchens CSU-Chef Georg Eisenreich ergänzt: „Die Entscheidung der SPD-Fraktion, seine Amtszeit nicht zu verlängern, ist ein rein parteipolitisch motiviertes Manöver. Leider hat sich damit der SPD-Unterbezirk durchgesetzt.“

München: SPD-Chefin Anne Hübner sagte, Mickisch sei ein absoluter Fachmann.

OB Dieter Reiter (SPD) hatte intern bereits verlauten lassen, dass er das Ausscheiden Dietrichs zwar auch bedaure, aber auch ein Referentenposten letztlich ein politisches Amt sei. Als Betroffener wisse man, dass es auch persönliche Konsequenzen haben könne, wenn sich politische Mehrheiten ändern.

Dietrich war 2016 – unter der damaligen Rathausmehrheit aus SPD und CSU – als Nachfolger von Thomas Böhle (SPD) ins Amt gewählt worden. Die CSU hatte für das Personalreferat das Vorschlagsrecht. SPD-Fraktionschefin Anne Hübner sagte am Dienstag, die SPD werde nun wieder die Verantwortung für das städtische Personal mit 40 000 Beschäftigten übernehmen. „Wir freuen uns, dass wir Andreas Mickisch für diese Aufgabe vorschlagen können. Er ist ein absoluter Verwaltungsfachmann, der seit vielen Jahren bei der Stadt arbeitet. Gemeinsam mit ihm wird es uns gelingen, die Stadtverwaltung so modern aufzustellen, dass sie die Herausforderungen der Zukunft meistern wird.“

München: ÖDP-Chef Tobias Ruff fordert eine Ausschreibung des Postens.

Auch Grünen-Chef Florian Roth lobte Dietrich, mit dem man gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe. „Unsere Koalitionspartnerin hat von ihrem Vorschlagsrecht zur Wahl eines neuen Personalreferenten Gebrauch gemacht. Der vorgeschlagene Bewerber erfüllt aus unserer Sicht alle Voraussetzungen, um dieses Amt gut ausüben zu können, und bringt die dazu nötige Erfahrung und das Fachwissen mit.“

Die Fraktion von ÖDP und München Liste kritisiert derweil die Besetzung „nach Parteibuch“. Fraktionschef Tobias Ruff sagte: „Wir fordern, dass auch der Referentenposten im POR ausgeschrieben wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Stelle an die fachlich geeignetste Person vergeben wird.“

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