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Renate Holland (64) streitet seit drei Jahren mit dem Bewertungsportal. 

Kräftemessen vor Gericht

Bodybuilding-Star klagt gegen Bewertungsportal

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München - Bodybuilderin Renate Holland kämpft seit drei Jahren gegen das Bewertungsportal yelp. Nun landete der Fall vor dem Oberlandesgericht. 

Früher hat Renate Holland (64) beim Bodybuilding ihre Muskeln spielen lassen – 1985 und 1986 war sie Weltmeisterin und ein Star der Szene. Heute braucht sie ihre ganze Kraft vor Gericht: Denn seit drei Jahren kämpft die Unternehmerin gegen das Bewertungsportal Yelp. Über ihre Fitnessstudios, die sie unter anderem in Sendling und Brunnthal betreibt, werden dort etliche Negativbewertungen angezeigt – obwohl der Großteil der Kunden sehr gute Erfahrungen beim Training gemacht hat. Deshalb klagte sich Renate Holland bis vor das Oberlandesgericht. Dort fordert sie Unterlassung. Am Dienstag wurde der Fall verhandelt.

Für Renate Holland geht es in dem Prozess um sehr viel: um ihr Ansehen. Um Gelder, die sie durch fehlende Kundschaft verliert. Und um ihr Recht, für das sie schon so lange kämpft. „Ich war erschrocken, als ich die vielen Negativ-Bewertungen über meine Studios sah“, sagt sie. „Für mich ist das extrem geschäftsschädigend.“

Zunächst findet die Unternehmerin keine Erklärung dafür. Dann wird das Problem offensichtlich: Tatsächlich sind die allermeisten Nutzer-Bewertungen über ihre Studios positiv, nur werden sie auf dem beliebten Portal gar nicht angezeigt. Das hat technische Gründe, die Yelp aber nicht ändern will: Ein Algorithmus filtert auf dem Portal gefälschte Bewertungen heraus. Das Problem: Dazu zählen offenbar auch jene, bei denen die Nutzer bislang nur selten Bewertungen abgegeben haben und nicht mit anderen Nutzern vernetzt sind. Sie gelten als Gefälligkeit und werden nur versteckt gelistet.

„Hunderte Empfehlungen für meine Studios sind dadurch im Internet nicht zu sehen“, sagt Holland. „Hier wird das Recht auf freie Meinungsäußerung beschnitten. Dadurch habe ich bereits viele potenzielle Kunden verloren.“ Die frühere Bodybuilderin fühlt sich machtlos. Eine Nachfrage bei dem Internetportal half ihr nicht weiter. „Man sagte mir nur, ich solle doch mehr Werbung machen.“ Deshalb zog sie vor Gericht: „Ich fordere, dass alle Bewertungen, die je für mich abgegeben worden sind, auch angezeigt werden.“

In erster Instanz hatte Renate Holland keinen Erfolg: Das Landgericht wies ihre Klage vom 12. Februar ab. Begründung: Sie habe keinen Anspruch, dass die ausgewiesene Gesamtbewertung aus allen abgegebenen Bewertungen gebildet wird. Denn die Beiträge der Nutzer seien Meinungsäußerungen, die gleichwertig sind.

Am OLG steht das Urteil noch aus. Renate Holland sagt: „Ich werde weiter kämpfen – auch für kleinere Firmen. Zur Not bis in die letzte Instanz.“ 

Andreas Thieme

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