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Zwei der vier Löwen sind bereits weg, die anderen folgen später.

Residenz bekommt Replikate

Münchens Glückslöwen gehen in Rente

München - Seit 400 Jahren bewachen sie die Münchner Residenz – die vier bronzenen Löwen an der Westfassade des Gebäudes. Sie sollen Glück bringen. Doch nun werden die vier Löwen gegen Replikate ausgetauscht.

Groß mag wohl für den einen oder anderen Passanten der Schock gewesen sein, denn zwei der bronzenen Löwenstatuen vor der Münchner Residenz sind weg. Sie werden derzeit restauriert und ersetzt. Dann folgen die anderen beiden Löwen.

Wie Ines Holzmüller von der Schlösserverwaltung berichtet, seien die Großkatzen in den 1980er-Jahren bereits saniert worden, doch Abgase, Witterung und abergläubische Menschen haben die Statuen weiter beschädigt. Denn es heißt, es bringt Glück und Wohlstand, wenn man an den kleinen Löwenköpfen am Wappen reibt. Den blank polierten Löwennasen zufolge waren das eine Menge.

Jetzt werden von jedem der 580 Kilo schweren Löwen Abgüsse gemacht, die die Originale vor dem Eingang zum Kaiserhof und dem Durchgang zum Brunnenhof ersetzen. Die Statuen, die vor der Residenz stehen werden, sind nicht mehr die Originale, sondern Replikate.

„Wir wollen die Löwen erhalten und die Originale in angemessenem Rahmen ausstellen“, erklärt Holzmüller. In den frei werdenden Räumen des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst sollen die vier Großkatzen voraussichtlich ab 2015 ausgestellt werden. Geplant ist laut Holzmüller ein Museum für monumentale Residenzbronze. Auch das Original des Wittelsbacherbrunnens werde man dort sehen können.

In einer Restaurationswerkstatt werden die ersten beiden Löwen in den kommenden vier Monaten gereinigt und restauriert. Danach werden Abgüsse gefertigt und an die Residenz gebracht. Erst dann kommen die anderen beiden Löwen unter das Restauratorenmesser, denn „wir wollten den Münchner ihr Glück nicht nehmen“, sagt Holzmüller. Deshalb sind immer nur zwei Löwen nicht an ihrem Platz. Auch die Abgüsse werden aus Bronze sein. „Als Laie wird man den Unterschied nicht sehen“, ist sich Holzmüller sicher.

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Dass sie als Glücksbringer gelten, haben die vier Löwen wohl einem Münchner Studenten zu verdanken. Er hatte 1848 einen Schmähbrief über die Geliebte von König Ludwig I. verfasst und an der Residenz aufgehängt. Ludwig ließ ihn daraufhin suchen und lobte ein Kopfgeld aus. Der junge Mann meldete sich selbst, wovon der König so beeindruckt war, dass er ihn begnadigte und ihm die 1000 Gulden Belohnung überließ. Beim Verlassen der Residenz soll er sich an der Löwenschnauze festgehalten haben. Seither gilt das Ritual als gutes Omen.

Andrea Steiler

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