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Anlaufpunkt ist der Chinesische Turm für Einheimische und Touristen gleichermaßen. In den 1970ern entstand rund um die Pagode der zweitgrößte Biergarten Münchens.

Serie: Münchner Wahrzeichen

Der Chinesische Turm: Warum die Pagode im Englischen Garten steht

München - Über die Sehenswürdigkeiten der eigenen Stadt weiß man als Einheimischer oft viel zu wenig. Wir stellen deshalb die beliebtesten Münchner Postkartenmotive in einer Serie vor und erklären, was sie so besonders macht. Heute: der Chinesische Turm.

„München ist bunt“: An wenigen Orten der Stadt wird das so deutlich wie im südlichen Teil des Englischen Gartens. Denn hier trifft bayerische Gemütlichkeit auf asiatische Architektur. Schon seit mehr als 220 Jahren steht der Chinesische Turm im Park und hat sich seitdem zu einem beliebten Treffpunkt für Touristen und Einheimische entwickelt.

Errichtet wurde die rund 25 Meter hohe Pagode in den Jahren 1789/90 von Baptist Lechner nach einem Entwurf von Joseph Frey. Dabei orientierte sich der Baumeister aber nicht direkt an den chinesischen Originalen, sondern nahm sich einen rund doppelt so hohen Nachbau aus dem königlichen Schlossgarten Kew Gardens in London zum Vorbild. Dieser Turm wiederum war eine Nachbildung der Majolika-Pagode in Peking.

Der Chinesische Turm brannte schon mehrmals ab

Mit der Umwandlung des Englischen Gartens zum Volkspark war der Chinesische Turm ab 1792 für die Öffentlichkeit freigegeben. Damals diente er noch hauptsächlich als Aussichtsplattform. Von den oberen Stockwerken aus ließ sich der gesamte Park überblicken. In den 1970er-Jahren aber wurde der Chinesische Turm schließlich aus Sicherheitsgründen für Besucher gesperrt – mit der guten Aussicht war es also erst einmal vorbei. Dafür fanden die Besucher des Gartens ab 1974 eine neue Attraktion an der Pagode: Rund um den Turm eröffnete ein Biergarten, der heute mit 7000 Plätzen der zweitgrößte Münchens ist.

Im Schatten des Originalbauwerks sitzt man hier aber schon länger nicht mehr. Denn das hölzerne Bauwerk brannte seit seiner Errichtung mehrmals ab. Zuletzt neu aufgebaut werden musste es 1952 nach dem Zweiten Weltkrieg.

Seit 1989 gibt es auch wieder den Kocherlball

Neben dem Biergarten ist der Chinesische Turm vor allem bekannt für den Kocherlball. Die Tradition geht zurück auf einen Brauch aus dem 19. Jahrhundert. Damals trafen sich Dienstboten und Angestellte vor Dienstbeginn zum Tanz – sonst war im Alltag der Bediensteten kein Platz für solche Vergnügungen. Dabei ging es, so scheint es, oft alles andere als manierlich zu. Um die Jahrhundertwende schafften die Stadtoberen die Feste ab. „Aus Mangel an Sittlichkeit“, wie es damals hieß.

Es dauerte einige Zeit, bis die Verantwortlichen ihre Meinung änderten. 1989, zum 200-jährigen Jubiläum des Englischen Gartens, wurde der Kocherlball wiederbelebt. Seitdem treffen sich die Münchner an jedem dritten Sonntag im Juli ab 6 Uhr morgens zum Tanz am Chinaturm.

Lesen Sie weitere Folgen unserer Serie über die Münchner Wahrzeichen: das Glockenspiel am Rathaus am Marienplatz, das Olympia-Dach, der Alte Peter und das BMW-Hochhaus.

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13 Dinge, die (nur) Münchner wissen

Annika Schall

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