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Ein Funker mit dem Verschlüsselungsgerät "Enigma" in Polen.

Streng vertraulich!

KGB, Nazis & Co.: Deutsches Museum zeigt die geheimen Tricks der Agenten

Kryptische Codes und versteckte Nachrichten - das klingt, wie ein Agentenfilm aus Hollywood. Das Deutsche Museum enthüllt in einer neuen Ausstellung die geheimen Tricks von Agenten, Spionen und Staatsmännern.

München - Verschlüsselte Geheimbotschaften, Buchstabencodes und Spione – klingt nach einem James-Bond-Film? Ist aber Realität! In „Bild – Schrift – Codes“, der neuen Dauerausstellung des Deutschen Museums, dreht sich alles um die Kryptografie, sprich: das Ver- und Entschlüsseln geheimer Nachrichten. 

Unter anderem mit dabei: Eine Marine-Chiffriermaschine „Enigma M4“! Im Zweiten Weltkrieg verschlüsselte das deutsche Militär damit seine Nachrichten, alliierte Kryptologen bissen sich an „Enigma“ ewig die Zähne aus. Heute kennt man den legendären Super-Code wieder aus dem Hollywood-Film The Imitation Game. 

Museums-Direktor Wolfgang Heckl und Marion Winkelbauer mit der Enigma.

Die Geheimnisbewahrer sind eine Spende von Marion Winkelbauer (73). Ihr verstorbener Mann Klaus-Peter Timmann hat sie nicht nur gesammelt, sondern zum Teil auch selbst hergestellt! „Er hat bei einem amerikanischen Funkhersteller gearbeitet“, so Winkelbauer. „Bis die Kunden nach Verschlüsselung fragten – das hat er ab 1970 dann selbst entwickelt!“ Ende 2019 soll die Ausstellung eröffnen, die tz durfte vorab einen Blick auf die Exponate werfen.

Das Telefon von Erich Honecker

Kein Geringerer als DDR-Staatschef Erich Honecker (1912 – 1994) soll dieses Telefon benutzt haben! „Krypto-Telefon P-171D-ATS“ heißt das Geheimgerät, das um 1970 von der russischen Firma Telta hergestellt wurde. Damit konnte Honecker vertrauliche Telefonate führen – komplett abhörsicher. Auch der russische Geheimdienst KGB nutzte solche Geheim­telefone – ohne Wählscheibe, dafür mit direkter Verbindung ins Hauptquartier.

Honeckers Telefon.

Der Agenten-Koffer

Dieser Spionage-Koffer stammt aus der Schmiede von Sammler Klaus-Timmann persönlich. Was von außen wie ein normaler Aluminiumkoffer aussieht, ist in Wirklichkeit ein Chiffrier-Terminal. Damit konnten ab 1978 Botschaften codiert, gesendet und empfangen werden – indem man einen Telefonhörer in die entsprechende Halterung legt. Dann wurde die geheime Nachricht in Form von Ton­signalen übertragen – ganz ohne Worte.

Hiermit wurden Nachrichten chiffriert. 

Ein Buch mit sieben Siegeln

Verschlüsselte Botschaften sind so alt wie die Menschheit. Das Buch Polygraphiae Libri Sex vom Benediktiner-Abt ­Johannes Trithemius ist aus dem 16. Jahrhundert und gilt als erstes Kryptografiebuch überhaupt! Das Trithemius-Quadrat (Foto) ist ein Meilenstein in der Verschlüsselungsgeschichte. Mit diesem ausgeklügelten System hat Trithemius seine Texte verschleiert. 1503 geriet der Abt in den Verdacht, schwarze Magie auszüben.

Ein Meilenstein der Verschlüsselungsgeschichte: Polygraphiae Libri Sex  von 1503.

Marian Meidel

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