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Christian Schottenhamel wehrt sich gegen die Klo-Pläne der Stadt.

Gastronome sehen Stadt in der Pflicht

Kommt „die nette Toilette“ doch nach München?

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München - Der Mangel an öffentlichen Toiletten in München ist seit Jahren ein Thema. Die Stadt würde gern „die nette Toilette“ einführen. Das finden nicht alle Wirte in Ordnung.

Hilfe, es pressiert! Das Thema fehlender öffentlicher Toiletten ist in München immer wieder mal akut. Jetzt hat die Stadt einen neuen Plan, das Problem zu lösen: Die Gaststätten sollen ihre Klos für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, als Gegenleistung kriegen sie Geld. Aber nicht die Stadt, sondern die Bezirks­ausschüsse (BAs) sollen sich darum kümmern, dies zu organisieren. Eine Idee, die schon auf Widerstand stößt.

Logo von „nette Toilette“.

„Die nette Toilette“: Das ist das Prinzip, das eigentlich schon in vielen Städten Deutschlands gut funktioniert. Schon vor zwei Jahren hatte auch München diese Idee aufs Tableau gebracht, doch seitdem ist nichts passiert. Nun aber hat das städtische Kommunalreferat allen BAs eine neue Beschlussvorlage zukommen lassen. Laut der sollen die Mitarbeiter des Bezirks die Wirte aussuchen, die für die „nette Toilette“ in Frage kommen, sie zur Teilnahme überreden, mit ihnen sogar Verträge abschließen - und am Ende die ganze Aktion auch noch bezahlen!

„Ureigene Aufgabe der Stadt“

Der Truderinger BA-Vorsitzender Otto Steinberger (CSU) ist empört. „Das ist eine Unverschämtheit, das auf uns abzuwälzen! Das ist doch eine ureigene Aufgabe der Stadt.“ Die Mitarbeiter im Ausschuss seien alle ehrenamtlich tätig, zudem sei sein Budget begrenzt.

Auch viele Gastronomen sind nicht begeistert. „Wir sind doch eigentlich nicht die Betreiber von öffentlichen Toiletten“, meint etwa Christian Schottenhamel, Wirt und Sprecher vom Hotel- und Gaststättenverband München. „Die Stadt soll lieber die Toiletten im Untergrund gscheid sauber und ordentlich halten.“ Die „nette Toilette“ mag vielleicht in kleineren Orten gut funktionieren, aber nicht in einer Millionenstadt.

„Weisen niemanden ab, der mal muss“

Peter Wieser, Wirt vom Ratskeller am Marienplatz, schätzt, dass ohnehin täglich 25 Prozent aller Klogänger in seinem Haus keine essenden und trinkenden Gäste sind. „Wir Wirte sind da doch eh schon offen und freundlich, und weisen eigentlich niemanden ab, der muss.“ Aber die Leute mit einem Logo auch noch direkt einzuladen, muss jetzt auch nicht sein, findet er.

Schottenhamel schlägt vor: „Vielleicht sollten wir uns alle nochmal an einen runden Tisch setzen.“

„Die nette Toilette“

Es gibt zu wenig öffentliche Klos! Neuanschaffung, Wartung und Pflege sind teuer. Aus dem Grund kam vor einigen Jahren erstmals die Stadt Aalen auf die Idee, die Gaststätten mit ins Boot zu nehmen. Mit einem Logo im Eingangsbereich zeigen diese, dass „Klo-Gäste“ willkommen sind. Der Wirt erhält dafür eine Aufwandsentschädigung der Stadt.

Andrea Stinglwagner

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