+
Joachim Herrmann, bayerischer Innenminister von der CSU

Drogen, Prostitution, Bettelei

Herrmann schaltet sich in Hauptbahnhof-Debatte ein

  • schließen

Die Causa Hauptbahnhof ist auf bayerischer Regierungsebene angekommen: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will sich mit Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä zusammensetzen.

Herrmann will mit Andrä über die Probleme am Hauptbahnhof sprechen. Dies berichtet der Landtagsabgeordnete Andreas Lorenz (CSU). Er war am Donnerstag im Innenministerium vorstellig geworden, um Herrmann die Lage zu schildern.

Die Klagen über Bettelei, Prostitution und Drogengeschäfte am Hauptbahnhof und der Umgebung hatten zuletzt zugenommen. „Der Minister wusste bereits Bescheid. Ich habe ihn darum gebeten, weitere Maßnahmen in die Wege zu leiten“, sagt Lorenz. Der Giesinger Landtagsabgeordnete hatte sich am Sonntag vor einer Woche gemeinsam mit Geschäftsleuten aus dem Bahnhofsviertel an die Öffentlichkeit gewandt und auf die Situation aufmerksam gemacht. Lorenz fordert eine verstärkte Polizeipräsenz und mehr Videoüberwachung sowie die Beleuchtung dunkler Ecken. Seine Kritik an der Polizei von letzter Woche will er nicht wiederholen. Da sei er missverstanden worden. „Die Polizei macht eine Menge. Nur wenn man mit den Bürgern spricht, kommt das nicht entsprechend rüber.“

Ob Innenminister Herrmann den Polizeipräsidenten um mehr Präsenz von Beamten am Hauptbahnhof bitten wird, ist nicht ausgemacht. „Der Minister hat keine konkreten Zusagen gemacht“, sagt Lorenz.

Vorwürfe, die Situation nicht ernst genug zu nehmen, richtet Lorenz ans Kreisverwaltungsreferat (KVR). Dieses habe im vergangenen Jahr einen Runden Tisch Hauptbahnhof einberufen. Der konstituierenden Sitzung wohnten Vertreter von Münchner Polizei, Bundespolizei, Bahn, MVG und Stadtverwaltung bei, außerdem waren Geschäftsleute, Initiativen und Vereine aus dem Bahnhofsviertel geladen. Bei dem Treffen hatte ein KVR-Vertreter zugesagt, regelmäßig über Ergebnisse zu informieren. Dies geht auch aus einem Schreiben der Behörde hervor, das unserer Zeitung vorliegt und das Anfang Januar an die Beteiligten verschickt wurde. „Doch seitdem haben wir leider nichts mehr gehört“, sagt Fritz Wickenhäuser, Vorsitzender des Vereins Südliches Bahnhofsviertel. Er hofft, dass Innenminister Herrmann nun beim Polizeipräsidenten Gehör findet. „Das Bahnhofsviertel ist die Visitenkarte Münchens, sogar ganz Bayerns, denn hier kommen viele Menschen mit dem Zug an.“ Der Hauptbahnhof sei ihr erster Eindruck von Land und Stadt. Wickenhäuser: „Ich hoffe, dass Herrmann sich für eine Verbesserung der Lage einsetzt.“ Demnächst soll das Gespräch stattfinden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das soll Münchens edelste Einbahnstraße werden
Die Brienner Straße soll im Abschnitt zwischen Odeonsplatz und Amiraplatz zur Einbahnstraße werden. Geschäftsleute protestieren gegen die Pläne, der Stadtrat ist noch …
Das soll Münchens edelste Einbahnstraße werden
Unachtsam über die Straße: Fußgängerin übersieht Auto und wird schwer verletzt
Als eine Fußgängerin am Montagabend unachtsam die Barerstraße überquerte, wurde sie von einem herannahenden Auto erfasst. Und musste schwer verletzt ins Krankenhaus …
Unachtsam über die Straße: Fußgängerin übersieht Auto und wird schwer verletzt
Münchens dümmster Einbrecher bekommt Auszeichnung von der Polizei
Auf der Suche nach fetter Beute hat sich ein Serien-Einbrecher selbst überführt: Mit einem Selfie auf seinem Handy. Nun wird er dafür ausgezeichnet.
Münchens dümmster Einbrecher bekommt Auszeichnung von der Polizei
Dieb räumt in aller Ruhe Auto aus, dann klopft die Polizei am Fenster
Ein Autodieb ist am Montag einer Polizeistreife aufgefallen. Er strich um parkende Fahrzeuge und rüttelte an den Griffen. Bei einem Auto hatte er Erfolg. Aber nicht …
Dieb räumt in aller Ruhe Auto aus, dann klopft die Polizei am Fenster

Kommentare