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Pater Stefan Maria Huppertz in seiner Kirche St. Anton.

Inserat in der tz und im Münchner Merkur

Münchner Pfarrer sucht neue Schäfchen - per Inserat

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München - Was tun, wenn die Gläubigen nicht mehr in die Kirche kommen? Genau, via Inserat den eigenen Glauben bewerben. Das tat Pater Huppertz. Das sind die ersten Reaktionen.

Wenn Pater Stefan Maria Huppertz (38) in der Kapuzinerstraße die rund 150 Gläubigen sieht, die sonntags in die mächtige Antoniuskirche mit ihren 600 Sitzplätzen kommen, denkt er jedes Mal: „Wir hätten doch noch Platz für viel mehr!“ Deshalb hatte der Oberhirte jetzt eine (fast göttliche) Eingebung: Der Kapuzinerpater schaltete unter „Verschiedenes“ eine Anzeige in der tz. Motto: Gläubige gesucht!

Zwischen den eher gängigen Annoncen „Hundesitter gesucht“ und „Wellness Massage“ konnten tz-Leser kürzlich den ungewöhnlichen Aufruf entdecken: Lebensnahe Kirche versuchen wir zu sein (...). Gerne mit Ihren Themen, Ihrer Sicht- und Lebensweise. Immer herzlich willkommen – online und persönlich in St. Anton und St. Andreas.

Pater freut sich über seine Werbeoffensive

Pater Huppertz freut sich über seine Werbeoffensive: „Wir bieten etwas an, was gut für die Menschen ist, was ihrer Seele gut tut. Und das sollen die Münchner erfahren.“ Bloß wie? „Es sollte etwas sein, das mit dem normalen Alltag zu tun hat. Und weil in unserem Pfarrverband von St. Anton und St. Andreas in der Isarvorstadt die tz gern gelesen wird, kam’s zur Idee mit dem Inserat – übrigens unsere allererste Zeitungsanzeige.“

Und was sagen seine Schäflein aus dem Schlachthofviertel dazu? „Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen, auch viele Mails und What’s-Apps, viele Likes auf Facebook“, erzählt der gebürtige Rheinländer, der seit 2011 in München tätig ist. „Es gab nur wenige, die unsere Aktion nicht verstanden haben.“

Eine schwierige Mission

Dass seine Mission nicht leicht wird, ist dem Kapuziner klar: „Ich habe den Eindruck, dass Kirche für viele so wie ein Zahnarztbesuch ist. Da geht man nur hin, wenn man muss.“ Das soll sich ändern. „Wir wollen zeigen, dass man mitten in München eine alltagsbezogene Art des Glaubens leben kann.“ Dafür gibt es beispielsweise einmal im Monat sonntags die „Messe für Ausgeschlafene“ um 12 Uhr. Übrigens: Auch die Idee, kostenlose Postkarten in den Kneipen rund um seine Kirchen zu verteilen, hat der Pater schon.

Sein Glaube ist da, die Liebe zu München auch. Bleibt dem Pater für nächsten Sonntag also nur noch die Hoffnung: „Auf ein volles Gotteshaus!“

St. Anton / St. Andreas

Das Gotteshaus in der Kapuzinerstraße.

In der Schmerzhaften Kapelle neben St. Anton (li., Kapuzinerstraße 36) findet am 13. März die nächste Heilige Messe Schlag 12 – für Ausgeschlafene statt. Alle drei Wochen wird dort freitags auch 45 Minuten Stille und Meditation angeboten. Weitere Infos zu den Gottesdiensten: www.pfarrverband-isarvorstadt.de

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