Er steht im Guinness-Buch: Trainer-Legende mit 93 Jahren gestorben

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Der Englische Garten am Abend: Auf der Wiese unter dem Monopteros versammeln sich Hunderte Menschen, die den Feierabend genießen wollen.

Situation macht der Polizei Sorgen

Englischer Garten: Viele wollen einfach entspannen, doch Diebstähle und Gewalt nehmen zu

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Es ist Münchens Ruhe-Oase und Münchens grüne Lunge – aber es ist auch ein Ort, wo Randale und Diebstähle immer wieder für Schlagzeilen sorgen. Wir waren auf Streifzug im Englischen Garten.

Wir sind unterwegs zwischen dem Monopteros und dem Haus der Kunst. Hier, wo die Polizei verstärkte Aufmerksamkeit walten lässt – spätestens seit den Eskalationen im vergangenen Sommer. Anlass für die unsere Zeitung, selbst vor Ort auf Streife zu gehen.

Englischer Garten: „Bier Pong“ ist das beliebteste Spiel 

In Dreiecksformation stehen Becher links und rechts auf einem Tisch. Darin ist Bier. Junge Männer und Frauen – viele Abiturienten – versuchen, mit Ping-Pong-Bällen in die Trinkgefäße zu treffen. Überall im Englischen Garten stehen an diesem lauen Sommerabend junge Leute und spielen „Bier Pong“. Bei diesem Trinkspiel – manche nennen es auch Geschicklichkeitsspiel – muss die gegnerische Mannschaft jeden Becher, den ein Spieler getroffen hat, austrinken. Die Stimmung ist fröhlich-ausgelassen, aber friedlich. „Wir wollen hier nur in Ruhe entspannen“, sagt Informationselektroniker Manuel (25). Ärger hat die Gruppe um den Münchner, die nahe dem Haus der Kunst auf einer Wiese Musik hört, weder bei anderen mitbekommen, noch selbst gehabt. „An dieser Stelle im Englischen Garten ist es immer ruhig und man kommt mit gut gelaunten Leuten ins Gespräch, die auch nur entspannen wollen“, erzählt Pädagogik-Studentin Laura (21).

Am Eisbach spielen Paul (17), Felix (16) und David (17) gegen Louis (16) und Ferdi (16, v. li.) Bier Pong.

Die Stimmung bei Einbruch der Dunkelheit im Englischen Garten bestätigt die Berichte der Polizei: Die Meisten suchen hier nach der Schule oder der Arbeit einfach Erholung, wollen picknicken, Karten spielen, Musik hören. Nur wenige Halbstarke kommen hierher, um Ärger zu machen. Das sind die Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren vor allem aus dem Münchner Westen, die der Polizei Sorge bereiten. Mehr als 70 Anzeigen nahm die Polizei bisher überwiegend auf der Großen Karl-Theodor-Wiese auf, 20 davon schwerwiegender. Vor allem Diebstahl, Raub und Schlägereien beschäftigen die Polizei. Drogenkonsum oder -geschäfte bereiten den Beamten hingegen kaum mehr Sorgen.

Manuel (25), Laura (21) und Alex (23; v. li.) haben es sich nahe dem Haus der Kunst gemütlich gemacht. Anders als andere nehmen sie ihren Müll wieder mit.

Eine Gruppe Münchner Abiturienten, die seit etwa drei Jahren regelmäßig im Englischen Garten feiert, hat im vergangenen Jahr bereits Diebstähle und Schlägereien mitbekommen. „Das war teilweise heftig“, sagen Chris, Lukas und Anton (alle 18). „Da ist es extrem eskaliert.“ Einige aus ihrer Clique haben beispielsweise mitbekommen, wie ein paar Chaoten im April 2018 Einsatzkräfte beschimpften, Flaschen warfen und sogar auf einen Rettungswagen stiegen und das Auto von allen Seiten kräftig schüttelten. „Daraufhin war die Polizei sehr oft hier auf der Wiese“, berichtet Anton. Grundsätzlich finden die jungen Leute die Polizeipräsenz gut – „solange es im Rahmen bleibt“. So hoffen sie, dass die Diebstähle auf der Wiese eingedämmt werden. Denn einem ihrer Kumpel wurde vergangenes Jahr das Handy gestohlen. „Letztes Jahr waren außerdem Spanner da“, erzählt eine Abiturientin. „Die haben sich in den Büschen versteckt und die Mädels beobachtet, wenn sie beim Bieseln waren.“

Hatten noch nie Ärger im Englischen Garten: Vera (M.) und Steffi (r.) im Gespräch mit Redakteurin Stefanie Wegele.

Die Mono-Wiese, so berichten die Abiturienten, sei mehr oder weniger in zwei Teile aufgeteilt. Vorne, näher bei der U-Bahn, seien eher die, die Ärger machen wollen. Näher am Monopteros finde man vor allem Familien und die, die Ruhe suchen.

Halbstarke, die stehlen oder schlägern wollen, werden zum Problem    

Zudem, so erzählen es die Abiturienten, blieben die Halbstarken, die stehlen oder sich schlägern wollen, nicht an einem Platz. „Die laufen eher herum“, sagt Anton. „Seit zwei Jahren wird das immer schlimmer.“ Lukas hat vor zwei Jahren selbst beobachtet, wie manche die Halbstarken versuchen, andere zu bestehlen: „Die gehen mit selbst gebackenem Kuchen herum, verschenken diesen und nutzen dann eine günstige Gelegenheit, um Rucksäcke und Taschen zu stehlen.“ Zudem komme es auch vor, dass die Jugendliche erst um Zigaretten oder Bier bitten und dann stehlen. Bemerkt dann die Gruppe den Diebstahl und wehrt sich, wird schnell ein Raub oder eine Schlägerei aus dem Diebstahl.

Oft sind leere Flaschen und Müll das Überbleibsel von Feten im Englischen Garten.

Mit Plakaten im Englischen Garten warnt die Polizei seit einiger Zeit vor Dieben. „Wir passen immer auf unsere Sachen auf und wurden zum Glück noch nie beklaut“, sagen Vera (20) und Steffi (22). Die beiden nehmen ohnehin immer nur das Nötigste mit. Zudem trinken sie nie so viel, dass sie zu leichten Opfern werden und nicht mehr wissen, was sie tun. Sie finden es gut, wenn die Polizei immer wieder im Englischen Garten unterwegs ist und Streife fährt. „So fühlt man sich automatisch sicherer.“

Auch in den nächsten Tagen und Wochen wird die Polizei sowohl sichtbar, mit Pferden und Kontaktbeamten, als auch verdeckt im Englischen Garten unterwegs sein. „Wir machen das lageangepasst“, sagt Pressesprecher Marcus da Gloria Martins. Es werden immer wieder Beamte in Zivil unterwegs sein. Wer Böses im Schilde führt, soll sich nicht sicher fühlen.

Erst vor ein paar Wochen ereignete sich dieser Angriff im Englischen Garten: Unbekannter schleudert Fahrrad auf Mann und verletzt anschließend mehrere Polizisten. Musik, Sport & Co. setzen dem Park ordentlich zu: Wissen die Münchner den Englischen Garten noch zu schätzen?

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Kommentare

Quelle-Oma
(0)(0)

Wie sollen die Hardcore-Junkies denn sonst an das Zeug für die Hehler kommen, um ihren nächsten Drogenrausch zu finanzieren.
Das man dort keinen Drogenhandel findet, glaube ich übrigens nicht. Die Leutchen halten sich nur da auf, wo Buschwerk die Sicht auf den Handel und die Drogendepots verhindern, aber das weiß die Polizei auch.

Georg SchäferAntwort
(0)(0)

"Anpöbeln" ist als solches bereits gar kein Straftatbestand. Selbst wenn es einer wäre, müsste z.B. geklärt werden, ob die Pöbelei wirklich "einfach so" erfolgt ist und ob die Opfer "unschuldige Leute waren". Das braucht Zeit - also nix "kurzer Prozess". Wir leben immer noch in einem Rechtsstaat.

Dachauer
(0)(0)

Wer unschuldige Leute einfach so anpöbelt, sollte man einfach einen kurzen Prozess machen.. wegsperren..