Fabrizio, Frauenkleider und der Sperrbezirk

München -  Einen ungewöhnlichen Fall von illegaler Prostitution hatte das Amtsgericht zu verhandeln. Es geht um den Sperrbezirk, Fabrizio B. und Frauenkleider:

Fabrizio B. trägt Männerklamotten, als ihn zwei Vorführbeamte am Donnerstag in den Amtsgerichtssaal begleiten. Hose, Sweatshirt und Herren-Halbschuhe anzuziehen, ist keineswegs normal für ihn, wie er wenig später berichten wird. „Ich trage gerne Frauenkleider“, sagt er. „Ich fühle mich als Frau im Männerkörper.“

Es ist kein gewöhnlicher Fall, den das Gericht da zu verhandeln hat. Fabrizio B. misst etwa 1,60 Meter. Er ist von zierlicher Statur, seine Gesichtszüge sind weich. Seine glatten, langen schwarzen Haare hat er zu einem Zopf gebunden. Neugierig blickt er durch den Gerichtssaal, schaut den Richter an und sagt: „Komplimente von Männern gefallen mir.“

Genau das hat Fabrizio B. auf die Anklagebank gebracht. Denn er begibt sich vornehmlich im Sperrbezirk rund um den Münchner Hauptbahnhof auf Männerfang. Gefällt ihm ein Typ, dann darf’s auch mal Sex sein. Weil Fabrizio B. aber eine Gegenleistung für seine erotischen Dienste nimmt – eine Einladung zum Essen oder auch gern ein wenig Bares – geht er der verbotenen Prostitution nach. Denn die ist im Sperrbezirk, zu dem auch die Innenstadt zählt, nicht erlaubt – „zum Schutze des öffentlichen Anstandes und der Jugend“, wie es in einer Rechtsverordnung der Regierung von Oberbayern heißt.

Die Sperrbezirke kontrolliert die Polizei entsprechend häufig. Und so geriet Fabrizio B. in der Mittagszeit des 7. November vergangenen Jahres auch ausgerechnet an einen Beamten in Zivil, als er seine Dienste für 30 Euro an den Mann bringen wollte.

Das kostet ihn nun 750 Euro Geldstrafe. Und damit kommt Fabrizio B. nach Ansicht von Amtsrichter Andreas Forstner noch gut weg. Denn der Angeklagte steht nicht zum ersten Mal wegen dieses Deliktes vor Gericht. „Sie verstoßen beharrlich gegen das Verbot.“

bl

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