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Münchner Tafel: Ausgabe in der Großmarkthalle.

Anderes Verteilsystem

Flüchtlingsstrom bringt Münchner Tafel nicht in Nöte

München - Während der Bundesverband über Versorgungsengpässe klagt, läuft in bei der Münchner Tafel offenbar alles in geordneten Bahnen, dank eines anderen Verteilsystems.

Während der Bundesverband der deutschen Tafeln die Lage an seinen Ausgabestellen als „sehr angespannt“ bezeichnet, sieht man bei der eigenständigen Münchner Tafel kein Problem durch die steigenden Asylbewerberzahlen in der Stadt.

„Bei uns gibt es keinen extremen Anstieg, und die Versorgung läuft in geordneten Bahnen“, sagte Wenka Russ, Sprecherin des Münchner Tafel-Vereins, auf Anfrage unserer Zeitung. Mit den rund 18 000 Bedürftigen, die in der Landeshauptstadt jede Woche versorgt werden, sei man zwar „gut ausgelastet“, diese Zahl sei allerdings mehr oder weniger konstant. Einen deutlichen Anstieg durch mehr Flüchtlinge, wie ihn der Bundesverband aus anderen deutschen Städten meldet, gäbe es in München nicht.

Die Münchner Tafel wurde bereits ein Jahr vor dem Bundesverband ins Leben gerufen und ist bis heute von ihm unabhängig. Zwar versorgt auch die Münchner Tafel Flüchtlinge, sowohl über die Ausgabe an den Verteilstationen als auch über die mit ihr kooperierenden sozialen Einrichtungen, chaotische Zustände befürchtet man aber trotzdem auch in der Zukunft nicht.

Laut dem Verein liegt die eigene gute Betriebslage auch daran, dass man in München mit einem Berechtigungsscheinsystem für die Ausgabestellen arbeitet. Das mache den Bedarf plan- und steuerbar. Die Ausweise, die zur Abholung von Lebensmitteln bei den Münchner Stellen berechtigen, werden erst nach Prüfung der Bedürftigkeit durch die Tafel ausgegeben. Die Bedürftigen müssen dafür die Auflagen gemäß der Hartz-IV-Gesetze oder dem Sozialgesetzbuch II erfüllen. Auf Flüchtlinge trifft das nach dem Umzug von der Erstaufnahmeeinrichtung in eine Gemeinschaftsunterkunft zu.

Zu diesem System kommt, dass die Münchner Tafel eng mit der Stadt und den städtischen Stellen zur Flüchtlingsbetreuung kooperiert. So sorgen beispielsweise die Erstaufnahmeeinrichtungen für Vollverpflegung, eine Unterstützung der hier untergebrachten Menschen durch die Tafel wird deshalb nur in Einzelfällen nötig.

Der Bundesverband der Tafeln hatte schon in der Vergangenheit häufiger Missstände in der Sozialpolitik des Bundes kritisiert. Im Gegensatz dazu betont man beim Münchner Verein, dass man keine Forderungen an die Politik stelle. Die Hauptaufgabe des Vereins sei es, „Armut zu lindern“, wie Sprecherin Russ erklärt.

Annika Schall

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