Gewaltexzess auf Frühlingsfest

Prügelattacke wegen BVB-Lied - Prozess

München - Weil er ein Schmählied auf Borussia Dortmund gesungen haben soll, ist ein Mann letztes Jahr Opfer einer Prügelattacke geworden. Der Prozessauftakt begann mit dem Ausschluss einer Schöffin.

Mit dem Ausschluss einer Schöffin hat vor dem Münchner Landgericht der Prozess um einen fast tödlichen Streit auf dem Frühlingsfest 2013 begonnen. Der Grund: Die Frau kennt den Vater eines Angeklagten. Der Verteidiger eines Mitbeschuldigten hatte einen Befangenheitsantrag gestellt. Demnach hat er am Montag die ehrenamtliche Richterin am Eingang des Justizgebäudes den Mann begrüßen und dabei duzen hören. Der Vater sei ein Nachbar ihrer Freundin, in deren Haus sie den Mann bei Veranstaltungen mehrmals getroffen habe, erklärte die Schöffin in ihrer Stellungnahme.

In dem Prozess werden drei junge Männer beschuldigt, nach einem bereits geschlichteten Streit um ein Schmählied auf den Bundesligisten Borussia Dortmund ein Mitglied der gegnerischen Gruppe mit wuchtigen Tritten gegen den Kopf lebensgefährlich verletzt zu haben. Der 23-Jährige ist nach Auskunft seiner Anwältin neun Monate später noch immer krankgeschrieben. Er leide an einer halbseitigen Gesichtslähmung und einer anhaltenden Störung seines Erinnerungsvermögens.

Die drei zur Tatzeit 16 bis 20 Jahre alten Angeklagten bestreiten den Vorwurf des versuchten Totschlags. Nach ihren Angaben lauerte die andere Gruppe ihnen nach dem Streit auf, das spätere Opfer habe gegen einen von ihnen die Faust erhoben. Die jungen Männer gaben Schläge zu, bestritten aber die lebensgefährlichen Fußtritte.

Der Prozess ist auf sechs Tage angesetzt.

Rubriklistenbild: © Heinz Hoffmann/Symbolbild

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