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Demo an der Landshuter Allee: CSU und FDP fordern Tunnel - „Echter Lärmschutz“

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Von: Sascha Karowski

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Mittels Hebebühne verdeutlichen CSU und FDP, wie eine 7,50 Meter hohe Lärmschutzwand im Viertel wirken würde.
Mittels Hebebühne verdeutlichen CSU und FDP, wie eine 7,50 Meter hohe Lärmschutzwand im Viertel wirken würde. © Oliver Bodmer

Stadträte von CSU, FDP, Bayernpartei und Freien Wählern kämpfen mit einer Demo für einen Tunnel an der Landshuter Allee. Sie warnen vor einer 7,50 Meter hohen Wand, die das Viertel weiter teile.

München – Fritz Roth ist ein großer Mann, 2.05 Meter misst der FDP-Stadtrat – „Ohne Absätze“, sagt er und lacht. Nun könnte man Fritz Roth dreimal übereinander stapeln und wäre noch nicht mal im Ansatz bei der Höhe der Lärmschutzwand, die das Baureferat entlang der Landshuter Allee errichten möchte. Die Mauer misst fast 7,50 Meter und ist Anlass für Protest von CSU, FDP, Bayernpartei und Freien Wählern. Am Freitag hatten sie zum Termin vor Ort geladen – und mittels Hebebühne und Plakat verdeutlicht, wie hoch diese 7,50 Meter dann tatsächlich sein werden.

Lärmschutz Landshuter Allee: Stadt München prüft eine Einhausung, die begehbar sein könnte

Ursprünglich gab es Pläne, den bestehenden Tunnel an der Landshuter Allee zu verlängern. Er endet derzeit etwa auf Höhe des Platzes der Freiheit. Doch Grüne und SPD entschieden sich anders. Für den Fall, dass es andere Möglichkeiten gibt, Anwohner gegen Lärm zu schützen, sollten diese weiterverfolgt werden. Der Tunnel war begraben.

Unter anderem prüft das Baureferat seitdem eine Einhausung der Landshuter Allee zwischen Platz der Freiheit und der Heideckstraße. Das Konstrukt soll nach Möglichkeit begehbar sein und begrünt werden. Das Architekturbüro bogevischs hatte proaktiv eine Visualisierung erstellt, wie diese Überbauung sodann einmal aussehen könnte. Laut SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl gibt es seitens der Verwaltung aber wohl Bedenken. „Das Baureferat weist auf hohen Aufwand für den Brandschutz hin.“ Eine finale Entscheidung im Stadtrat gibt es noch nicht.

CSU über Lärmschutz: „Die Wand ist ein untauglicher Versuch, die Probleme in den Griff zu kriegen“

CSU und FDP wollen daher im Vorfeld erbitterten Widerstand gegen die Wand leisten, wie CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl am Freitag ankündigte. „Eine bis zu 7,5 Meter hohen Lärmschutzwand verschärft die Trennung des Stadtviertels. Die Wand ist ein untauglicher Versuch, die Probleme in den Griff zu kriegen.“ Pretzl warnte Grüne und SPD davor, ideologische Beweggründe über Bürgerinteressen zu stellen. Unter anderem kämpft die Initiative Pro Landshuter Allee-Tunnel, die seit Jahren für den Bau kämpft. „Durch einen Tunnel würde man oberhalb viele zusätzliche Grünflächen schaffen und einen echten Beitrag zum Lärmschutz leisten.“

An der Landshuter Allee werden täglich bis zu 140 000 Fahrzeuge gezählt. Ferner ist sie deutschlandweit die am meisten mit Schadstoffen belastete Straße. „Wir wollen den Autoverkehr unter die Erde verlegen, sodass an der Oberfläche Platz entsteht für Geh- und Radwege und eine großzügige Grünfläche“, sagt FDP-Chef Jörg Hoffmann. Der Tunnel bedeute zudem auch ein Stück Stadtreparatur. „Neuhausen, das in den 60er Jahren durch den Bau des Mittleren Rings zerschnitten wurde, kann wieder zusammenwachsen.“

Grünen-Stadtrat Bickelbacher: „Wegen der Querstraßen bleiben oberirdisch große Verkehrsmengen“

Der Bau eines Tunnels werde die Verkehrsprobleme aber auch nicht lösen, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. „Wegen der Querstraßen bleiben oberirdisch große Verkehrsmengen. Das sagen alle Verkehrsgutachten.“ Ein oberirdisch idyllischer Park, wie beim Bau des Petueltunnels, sei an der Landshuter Allee nicht möglich. „Wenn wir zudem ein bisschen in die Zukunft schauen, dann wird sich das Lärm- und Abgasproblem relativeren.“ Dann würden vorwiegend Elektroautos unterwegs sein – die sauberer und leiser sind.

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