Tausende Polizisten sind Jahr für Jahr bei der Sicherheitskonferenz in München im Einsatz. foto: dpa

Gegendemonstranten rüsten sich für Siko

München - Das „Aktionsbündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz“ plant wie jedes Jahr eine Großdemonstration in der Innenstadt. In etwa zwei Wochen beginnt die "Siko" im Bayerischen Hof.

In knapp zwei Wochen herrscht wieder Ausnahmezustand in der Stadt: Wegen der Sicherheitskonferenz (Siko), bei der 74 Delegationen zusammentreffen, ist das Gebiet um den Bayerischen Hof vom 4. bis zum 6. Februar gesperrt. Ein Großaufgebot der Polizei wird im Einsatz sein, um sowohl die hochkarätigen Politiker als auch die Gegendemonstranten zu begleiten.

Das „Aktionsbündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz“ plant wie jedes Jahr eine Großdemonstration in der Innenstadt. Dies gab das Bündnis, das der Konferenz Kriegstreiberei vorwirft und den sofortigen Abzug aller Truppen aus Afghanistan fordert, am gestrigen Mittwoch bekannt.

Die Demonstration wird demnach am Samstag, 5. Februar, um 13 Uhr am Marienplatz starten. Gestern Nachmittag legten die Veranstalter dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) die vorgesehene Strecke zur Genehmigung vor. Laut KVR-Sprecherin Daniela Schlegel führt diese vom Marienplatz aus durch das Tal zum Isartorplatz und weiter über die Frauenstraße zur Reichenbachstraße. „Einzelne Abschnitte sind noch etwas unklar, am Ende soll es dann über den Viktualienmarkt zurück zum Marienplatz gehen“, sagte Schlegel. Man erwarte noch konkretere Angaben und werde dann „in Kürze“ über die Genehmigung entscheiden. Davon hängt auch die Planung der Polizei ab. „Die Situation zur Siko lässt sich immer erst kurz vorher verlässlich einschätzen“, sagte Pressesprecher Peter Reichl. Man müsse erst sehen, wie viele Gegenveranstaltungen letztlich angemeldet würden und wo man Kräfte benötige. In den letzten Jahren sei die Polizei immer mit 2500 bis 3000 Beamten im Einsatz gewesen - „in dieser Größenordnung wird es sich wohl auch heuer bewegen“, sagte Reichl. Eine besondere Herausforderung sei die hohe Anzahl von hochkarätigen Gästen. Unter anderem werden US-Außenministerin Hillary Clinton, der britische Premierminister David Cameron, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Afghanistans Präsident Hamid Karsai erwartet - „deshalb werden wir mehr Einsatzkräfte als sonst für Personenschutz und Lotsungen einplanen“, sagte Reichl.

Auch, wenn die genaue Route der Demonstration noch nicht klar ist: „In jedem Fall wird der Verkehr in der Innenstadt an diesem Wochenende stark beeinträchtigt“, sagte der Polizeisprecher. Er könne den Bürgern jetzt schon empfehlen, an diesem ersten Februarwochenende das Auto stehenzulassen und mit Bus und Bahn in die Stadt zu fahren - zahlreiche Straßen und Parkplätze rund um den Bayerischen Hof werden gesperrt sein.

Ann-Kathrin Gerke

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