1. Startseite
  2. Lokales
  3. München
  4. München Zentrum

Der Gloria Palast wird wieder ein Edel-Kino

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Der „Gloria Palast“ am Karlsplatz 7 soll wieder zu einem luxuriösen Lichtspielhaus werden, sagt Gregory Theile, der das Kino seit 2007 betreibt © Haag

München - Der Betreiber des „Mathäser“ will den "Gloria Palast" für 1,2 Millionen Euro zum Luxus-Kino mit Ledersesseln und Holzvertäfelung umbauen. Der Eintritt soll es dafür künftig in sich haben.

Für eine Stadt, die als wohlhabendste Metropole des Landes gilt, zeigt sich München auf dem Kino-Sektor bemerkenswert bescheiden. Bislang gibt es nur ein einziges Luxus-Kino an der Isar – die kleine „Cinema Lounge“ im Bayerischen Hof mit 38 Plätzen. Das soll sich jetzt ändern: Der „Gloria Palast“ am Stachus schickt sich an, wieder zu dem edlen Filmtheater zu werden, das er einmal war. Beginn der Umbauten soll im Frühling sein, Eröffnung im Spätsommer. Kosten: 1,2 Millionen Euro.

Wie Kinoleiter Gregory Theile bestätigt, will er die aktuell gut 500 Plätze auf 270 fast halbieren, um Platz zu schaffen für dunkle Ledersessel. In denen werden die Besucher künftig nicht nur Filme sehen, sondern auch mit Getränken und Speisen bedient werden. „Kleine warme und kalte Snacks“, betont Theile, „keine Vollgastronomie.“ Freilich werde sich das Angebot deutlich von dem herkömmlicher Kinos abheben. „Geruchlich sollte sich das Essen allerdings mit den Sitz-Nachbarn vertragen – also kein Hummer“, sagt der 38-Jährige und verspricht: „Popcorn wird man nach wie vor bestellen können.“

Eintritt soll künftig 18 Euro kosten

Für manch anderen wäre diese Aufgabe in einem Kino mit nur einem Saal zu riskant. Auch Theile betont: „Man muss Filme für eine bestimmte Zeit buchen. Wenn einer mal nicht gut läuft, blockiert er das Kino.“ Doch ist Theile selbst in der luxuriösen Lage, dass seine Firma Kinopolis mit Sitz in Darmstadt auch das Multiplex-Kino Mathäser mit 14 Leinwänden an der Bayerstraße betreibt. „Wir werden deshalb in der Programmgestaltung flexibler sein können“, sagt er und kündigt ein „abwechslungsreiches“ Programm an. Durchaus auch einmal Blockbuster wie „James Bond“ oder „The Hobbit“ – immer aber seien es „anspruchsvolle Filme, die sich an ein gehobenes Publikum wenden“.

Gehoben sind auch die Preise. Bei etwa 18 Euro werden sie liegen. Die Versorgung kostet extra. Etwas Besonderes hat Theile mit dem Balkon des Kinos vor, der über ein eigenes Foyer verfügt. „Dort wollen wir eine separate Lounge einrichten“, sagt der Leiter. Holzvertäfelungen und rote Akzente sollen hier für noch exklusiveres und teureres Ambiente sorgen. „Oben könnte ich mir auch ein All-inclusive-Angebot vorstellen“, sagt Theile.

"Das Gloria ist der beste Standort für so ein Kino"

Bereits vor wenigen Wochen hat der Gastronom Constantin Wahl für

Lesen Sie dazu auch:

„Pacha“-Chef will Luxus-Kino aufmachen

Schlagzeilen gesorgt, weil er das Atlantis an der Schwanthalerstraße 2 zum Premium-Kino umbauen will (wir berichteten) – Begrüßungscocktail, Kellner am Kino-Sessel und umfangreiches Speisen-Angebot inklusive. Vor der relativ nahen Konkurrenz hat Theile keine Angst: „Ein Kino ist für Herrn Wahl ja nur eine von mehreren Alternativen“, sagt er im Hinblick auf die Möglichkeit, dass Wahl auch einen Club eröffnen könnte. „Und der Bayerische Hof hat viel weniger Sitze.“ Theile ist überzeugt: „Das Gloria ist mit seiner Lage und großen Tradition der beste Standort für so ein Kino.“

Tatsächlich spielte die „Gloria“-Gründerin Ilse Kubaschewski eine Hauptrolle in der deutschen Nachkriegsfilmwelt aus Träumen, Glanz und Stars. Die „Kuba“, wie sie genannt wurde, erfand den deutschen Heimatfilm, war Produzentin und Filmverleiherin – und erbaute 1956 den Filmpalast am Karlsplatz 7, in dem vor jeder Vorführung tanzende farbige Wasserspiele einen Schimmer von Luxus versprachen. „Die Wasserspiele können wir nicht reaktivieren“, sagt Theile. „Aber das Kinoerlebnis."

Lesen Sie auch: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis: Krebs-Drama um ihre Schwester Maya

Johannes Löhr

Auch interessant

Kommentare