Nur elf Grüne sind jetzt noch für Olympia 2018

München/Freiburg - Die Grünen haben sich mit ihrem Votum in Freiburg klar gegen Olympia 2018 entschieden. Einzig die elfköpfige Stadtratsfraktion im Münchner Rathaus ist für die Spiele.

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Sind die Grünen gegen Olympia 2018? Oder doch dafür? Wer in den vergangenen Monaten die Nachrichten verfolgt hat, dürfte sich nach dem Beschluss des Bundesparteitags gar nicht mehr so sicher sein. Gerade in München ging es in dieser Frage schließlich munter hin und her. Nun aber schufen die Grünen mit ihrem Votum in Freiburg Klarheit: Sie schalteten zumindest auf allen Parteiebenen die Ampel für Olympia 2018 auf Rot. Einzig die elfköpfige Stadtratsfraktion im Münchner Rathaus ist für die Spiele und will dies trotz erhöhten Drucks auch bleiben.

Am Samstagabend um kurz vor 23 Uhr war es soweit: Da stand fest, dass der Antrag des Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann und des Oberammergauers Korbinian Freier (s. Interview oben) „Nein zur Olympiabewerbung 2018!“ eine Mehrheit gefunden hatte, wenn auch eine knappe. 289 Delegierte votierten für den Anti-Olympia-Antrag, 244 dagegen. 70 Grüne enthielten sich. Damit war klar, dass nach den Parteibeschlüssen im Kreisverband Garmisch-Partenkirchen, auf bayerischer Ebene und in München die Grünen jetzt auch bundesweit das Projekt 2018 ablehnen. Es sollte ein Zeichen sein. „Wir sind bisher immer als Pro-Partei gelaufen, ohne dass sich die Grünen auf Bundesebene überhaupt damit befasst hatten“, sagt Hartmann. Was wohl auch daran lag, dass die Vorsitzende Claudia Roth Mitglied des Kuratoriums der Winterspiele-Bewerbung war. Bis zum Wochenende – da zog sie sich zurück.

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Dass der Beschluss ein „Nadelstich“ war, wohl aber auch nicht mehr, das weiß auch Hartmann. „Die Bewerbung wackelt nicht“, sagt er. Wenngleich die Ablehnung der Grünen doch ins Bewerbungsbuch aufgenommen werden müsse, sagt Bayerns Grünen-Chef Dieter Janecek, wie Hartmann ein Gegner von Olympia 2018.

Nachdem die Bundestagsfraktion der Grünen sich beim Olympia-Beschluss enthalten und die Landtagsfraktion dagegen ausgesprochen hatte, sind die Grünen im Münchner Stadtrat nun die letzte Pro-Olympia-Bastion der Grünen. „Der Beschluss in Freiburg macht uns etwas einsam“, räumt Rathaus-Fraktionschef Siegfried Benker ein. „Wir werden unsere Position deswegen aber nicht ändern.“ Dass ökologische Forderungen bei der Bewerbung erfüllt worden seien, sei „Verdienst unserer Fraktion“, betont Benker.

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Auch künftig wolle man mit den Grünen auf allen Ebenen sprechen und die bisher positive Zusammenarbeit fortführen, sagt der Chef der Bewerbungsgesellschaft, Bernhard Schwank. Nicht zuletzt deswegen habe das Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept „international eine hervorragende Resonanz gefunden“.

Matthias Kristlbauer

Rubriklistenbild: © dpa

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