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Schweigt vor Gericht: Der Geschäftsführer einer Münchner Firma, Nader S.

Falsche Darlehen

Waren seine guten Kontakte zur Königsfamilie gelogen?    

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Nader S. schweigt. Seit gestern sitzt der 59-Jährige am Landgericht München auf der Anklagebank. Ihm wird Betrug in mindestens acht Fällen vorgeworfen. Noch ist vieles unklar.

München - Nader S. schweigt. Seit gestern sitzt der 59-Jährige am Landgericht München auf der Anklagebank. Ihm wird Betrug in mindestens acht Fällen vorgeworfen. Der gebürtige Syrer soll einer Investmentfirma falsche Darlehen in Millionenhöhe verkauft haben. Der Schaden bei der Investmentfirma liegt laut Anklage bei knapp drei Millionen Euro. Zu den Vorwürfen wollte sich der Angeklagte am ersten Prozesstag nicht äußern.

Nader S. war Geschäftsführer einer Firma in München, die unter anderem Immobilien, Finanzierungen und Kapitalanlagen vermittelte. Im Jahr 2015 suchte eine Unternehmensgruppe aus Hamburg nach Investoren, insbesondere Darlehensgebern. Der Angeklagte gab vor, dass er für eine Königsfamilie in den Vereinigten Arabischen Emiraten Geschäftspartner zur Vergabe von großen Darlehen suche. 

Laut Anklage soll der 59-Jährige von Dezember 2015 bis Mai 2016 der Investmentfirma in mindestens neun Fällen bewusst wahrheitswidrig vorgespiegelt haben, dass er gute Kontakte zur Königsfamilie habe und Darlehen dieser Königsfamilie in Millionenhöhe an die Hamburger Unternehmensgruppe vermitteln könne. Zudem verfüge seine Gesellschaft selbst über finanzielle Mittel in Höhe von etwa 250 Millionen Euro. Dafür müsse das Unternehmen jedoch Vorleistungen erbringen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dass er weder die notwendigen Kontakte gehabt habe, noch die eigenen finanziellen Mittel als Darlehen geben wollte. Vielmehr habe er beabsichtigt, die Vorleistungen für sich selbst zu behalten. Grund dafür soll der aufwändige Lebensstil des Angeklagten gewesen sein. 

Hatte der Angeklagte doch Kontakte zum Königshaus?

Laut Nader S.’ Anwalt Richard Beyer ist einiges in dem Verfahren noch unklar, unter anderem ob es die Kontakte zum Königshaus nicht doch gegeben hat. Richard Beyers Mandant wolle sich im Laufe des Prozesses noch zu den Vorwürfen äußern.

Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. 

Stefanie Wegele

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