An der Haltestelle Hirschgarten

Von S-Bahn überrollt: 22-Jähriger unverletzt

München - Einen riesengroßen Schutzengel hat ein 22-Jähriger gehabt. Er wurde am frühen Sonntagmorgen am Hirschgarten von einer S-Bahn überrollt - und blieb komplett unverletzt.

Wie die Bundespolizei mitteilt, lag der 22-Jährige aus Moosburg am Sonntag gegen 6.30 Uhr zwischen den Gleissträngen an der S-Bahnhaltestelle Hirschgarten. Er war stark alkoholisiert und schlief dort offenbar seinen Rausch aus.

Der S-Bahn-Fahrer bemerkte zwar etwas auf den Gleisen, konnte jedoch nicht erkennen, dass es eine Person war. Nachdem er die Bahn zum Stehen gebracht hatte, sah er deswegen nach und entdeckte den 22-Jährigen, der auf den Gleisen lag, aber nicht ansprechbar war. Der S-Bahn-Fahrer verständigte daraufhin die Bundespolizei.

Die Beamten bekamen den jungen Mann auch erst nach einiger Zeit wach. Dieser kroch dann selbst unter der Bahn hervor und kam auch eigenständig auf den Bahnsteig. Er hatte keine erkennbaren Verletzungen.

„Es war Glück im Unglück, dass der Junge nicht quer im Gleis lag“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Hauner. Bei der anschließenden Befragung wurde deutlich, dass sich der 22-Jährige an fast nichts mehr erinnern konnte. Er wusste weder, wo er war, noch wie er in den Gleisbereich gekommen war. Er wusste lediglich, dass er in einer Diskothek in der Nähe die Nacht mit Freunden verbracht und jede Menge Bier und Schnaps getrunken hatte. Eine erste Messung ergab 1,98 Promille.

Der Moosburger wollte sich nicht von einem Arzt untersuchen lassen. Nachdem die Beamten mit den polizeilichen Maßnahmen fertig waren, ging er zu einem Freund. Denn er hatte auch seinen Geldbeutel verloren und somit kein Geld mehr für die Heimfahrt.

Immer häufiger kommt es vor, dass die Polizei nachts wegen Menschen in der Nähe von Bahngleisen alarmiert werde, sagt Polizeisprecher Hauner. In der Münchner Innenstadt passiere das etwa zweimal im Monat. „Meist steht die Person unter starkem Alkoholeinfluss. Manche verlieren auf dem Heimweg in der S-Bahn die Orientierung, steigen falsch aus und legen sich dann aus Müdigkeit irgendwo hin“, berichtet Hauner.

Nicht immer gehen solche Fälle glimpflich aus. „Wenn ein bisschen Pech dazukommt und derjenige ungeschickt auf den Schienen liegt, ist die Gefahr groß“, sagt Hauner. Wie viele Personen bei S-Bahn-Unfällen jährlich verletzt werden, ist nicht bekannt.

mm/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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