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Steffen Jost und Sabine Sikorski sind Gastronomen für einen Tag.

Internationaler "Restaurant Day"

Gastronomen für einen Tag

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München - Entstanden aus einer Protestbewegung gegen strenge Konzessionsregeln, erfreut sich der „Restaurant Day“ mittlerweile auf der ganzen Welt großer Beliebtheit. Auch in München eröffnen ein paar Freunde für einen Tag ein Restaurant – und wollen die Idee in der Stadt verbreiten.

Viele haben einen Traum: Einmal ein eigenes Café aufmachen oder ein kleines Restaurant. Eine romantische Vorstellung, die sich in der Realität oft nur schwer umsetzen lässt. Sabine Sikorski und Steffen Jost spielen am Sonntag Gastronomen für einen Tag. Im Rahmen des internationalen „Restaurant Day“ organisieren die beiden in München ein Grillfest und laden Fremde ein, ihre Speisen zu kosten. „Die Veranstaltung ist nicht kommerziell“, betont Sikorski. „Die Gäste sollen einfach die Möglichkeit haben, einen schönen Abend mit gutem Essen zu verbringen.“

Die Idee für den „Restaurant Day“ stammt aus Finnland. In Helsinki protestierten ein paar Kreative mit ihren Straßenküchen gegen zu strenge Konzessionsregeln. Einer der Begründer erklärte in einem Interview: „Der Staat und seine umfangreiche Bürokratie verhindern, dass gute Dinge entstehen können.“ Er wollte mit seinem Protest die Menschen dazu ermutigen, „verrückte Ideen auszuleben und öffentliche Plätze zu erobern“. Die Stadt Helsinki wirbt mittlerweile sogar mit der Veranstaltung, die viermal im Jahr stattfindet. In der finnischen Hauptstadt bewirten jedes Mal bis zu 750 Hobbyköche ihre Gäste – in Wohnungen, an Straßenecken, in Hinterhöfen. N

icht nur in Finnland, auch in Deutschland, Nepal, China, Mosambik, Venezuela und Neuseeland haben sich schon Menschen am „Restaurant Day“ beteiligt. In München verbreitet sich die Aktion seit Mai 2014.

Die 38-jährige Sabine Sikorski ist seit vergangenem August dabei: „Ich habe im Internet davon gelesen und wollte unbedingt mitmachen, weil ich kochbegeistert bin und gerne Leute bewirte.“ Am Sonntag will sie ihr Eintags-Restaurant im Neuhauser Kreativquartier eröffnen. Zusammen mit Freunden hat sie einen zwei Meter langen Grill, einen „Barbecue-Smoker“, organisiert, auf dem sie Pulled Pork, Gemüsespieße und Brot brutzeln will. Steffen Jost, 34, wird vegane Currywürste beisteuern und Seitan-Saté-Spieße mit Erdnuss-Kokos-Sauce. Es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wenn das Essen aus ist – auch nicht schlimm. Und: Jeder Gast zahlt so viel er mag. Neben dem Grill wird eine Spendenbox stehen.

Das Geld soll ans Rote Kreuz gehen. Jost sagt: „Die kümmern sich um die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die hier im Kreativquartier leben.“ Die Freunde möchten die Idee des „Restaurant Day“ in München weiter verbreiten: „Wir würden uns freuen, wenn nächstes Mal mehr Leute mitmachen.“

Private Restaurants und Cafés, die an diesem Sonntag, 16. August, für einen Tag in München öffnen:

„Rocket Café“ – Kaffeekreationen und schwedische Zimtschnecken: ab 14 Uhr, Kunigundenstraße 63, Altschwabing. 

 „Süßes im Hinterhof“ – Zimtschnecken, Kuchen (auch vegane), frische Obstsäfte und Eiskaffee: ab 15 Uhr, Freibadstraße 7, Untergiesing. 

 „Short ’n’ Sweet“ – Kuchen, Kekse, Cupcakes und Brownies: ab 16 Uhr, Haus Mucca im Kreativquartier, Schwere-Reiter-Straße 2, Neuhausen. 

 „Dirty BBQ Break“ – Grillstation mit fleischigen, vegetarischen und vegangen Gerichten: ab 16 Uhr, Haus Mucca im Kreativquartier, Schwere-Reiter-Straße 2, Neuhausen.

Nächster weltweiter „Restaurant Day“: 21. November 2015. Wer mitmachen möchte, kann per E-Mail Kontakt mit Sabine Sikorski aufnehmen: dirtyxbreak@gmail.com

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