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Das ominöse IS-Graffito an der Tunnelwand der Paul-Heyse-Unterführung.

Werk von radikalen Islamisten?

IS-Graffiti um den Hauptbahnhof: Staatsschutz ermittelt

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München - Der Schriftzug "IS" prangt derzeit als Graffito an mehreren Außenwänden in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs. Waren radikale Islamisten oder Schmierfinken am Werk? Die Polizei schaut bei dem Fall genauer hin.

Update vom 10. Mai 2015: Bei einer Messerattacke in Grafing-Bahnhof hat ein mutmaßlicher IS-Terrorist mehrere Menschen verletzt, einen davon schwer. Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Ticker zur Messerattacke in Grafing-Bahnhof.

Unauffälliger IS-Schriftzug am Schaltkasten.

Er ist keine beliebte Spaziergängerroute, der Weg von der Bayerstraße am Hauptbahnhof, durch die Paul-Heyse-Unterführung und zum Zentralen Omnibusbahnhof an der Hackerbrücke. Besonders der Tunnel besticht durch eine ausgesuchte Hässlichkeit. Doch wer den kurzen Marsch dennoch unternimmt, macht eine Beobachtung ärgerlicher oder beunruhigender Natur – je nach Lesart.

An den Tunnel- und Außenwänden und den Schaltkästen in der Arnulfstraße prangt vielerorts der Schriftzug "IS", in schwarzen, teils meterhohen Lettern aufgesprüht. Die einen ärgern sich über die Schmierereien, andere glauben, dass mehr dahinter stecken könnte: IS - Das ist das Akronym des Islamischen Staats, der islamistischen Terrororganisation, die sich unter anderem zu den verheerenden Anschlägen von Paris und Brüssel bekannt hat. Hinterlassen Sympathisanten des Terrorkalifats ihre Spuren an Münchner Wänden?

Eine verunstaltete Hauswand in der Arnulfstraße.

Das in München ansässige Landeskriminalamt, dem auch der Staatsschutz untersteht, weiß von den ominösen Graffiti. "Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um eine politisch motivierte Sachbeschädigung handelt", erklärt eine Polizeisprecherin. Deshalb ermittle nun das Fachdezernat für Staatsschutzdelikte des Münchner Polizeipräsidiums. Dieses wird beispielsweise auch bei Hakenkreuz-Schmierereien aktiv.

Ein Sprecher des Präsidiums bestätigte nun nachträglich, dass die Behörde auch wegen des zeitlichen Zusammentreffen des Schriftzugs mit den Brüssel-Attentaten Ermittlungen aufgenommen hat und durchaus einen politischen Hintergrund für möglich hält. Damit korrigierte die Münchner Polizei eine zuvor anderslautende Aussage, dass der Staatsschutz aufgrund des Schriftbilds einen Zusammenhang mit dem Islamischen Staat für unwahrscheinlich halte. Gut möglich sei aber, dass es sich bei dem Sprüher nicht um einen Sympathisanten des Terror-Kalifats handelt, sondern jemand nach den Anschlägen in Belgien mit den Graffiti schlichtweg provozieren habe wollen. Konkrete Täterhinweise gibt es laut Polizei derzeit noch nicht.

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