Ein verschrottetes Auto.
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Ausrangiert, aber nicht wertlos: Autos enthalten viele wiederverwertbare Materialien.

Ein ewiger Kreislauf

BMW Group achtet schon bei der Herstellung auf Nachhaltigkeit

Die BMW Group möchte das grünste E-Mobil weltweit bauen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss bereits die Herstellung möglichst umweltfreundlich ablaufen.

Der Umgang mit unseren Ressourcen entscheidet über unsere Zukunft – unter dieser Prämisse hat es sich die BMW Group zum Ziel gesetzt, das grünste E-Mobil weltweit zu bauen. Und eine ideale Klimabilanz beginnt nicht erst auf der Straße, sondern vor allem bereits in der Produktion. Denn bevor das Auto auch nur einen Kilometer fährt, hat es schon einiges an CO2 verbraucht: Ein konventionelles Auto produziert in der Herstellung etwa zehn Tonnen CO2, ein E-Auto um die 20 Tonnen. Beim Verbrenner kommen pro Jahr Nutzung etwa zwei Tonnen CO2 dazu. „Damit gibt es zwei große Stellhebel“, erklärt Thomas Becker, Leiter der Abteilung Nachhaltigkeit und Mobilität der BMW Group. „Zum einen die Energiebereitstellung bei der Herstellung – mit einer ausschließlichen Verwendung von grünem Strom – und zum anderen das konsequente Verwenden von Sekundärmaterial.“

BMW Group legt Wert auf Re- statt Downcycling

Schon heute werden viele Materialien nach dem endgültigen Abstellen eines Fahrzeuges wiederverwertet. Seit 2015 gilt für Altfahrzeuge eine gesetzliche Verwertungsquote von 95 Prozent. „Die Verwertungsquoten werden eingehalten – da haben wir einen sehr hohen Standard“, betont Steffen Aumann, Leiter Recycling im Recycling- und Demontagezentrum (RDZ) Unterschleißheim der BMW Group. Doch möchte man hier noch einen Schritt weitergehen: Der aus dem Auto wiedergewonnene Stahl, das Aluminium und Plastik soll wieder zu einem Auto werden – und nicht als Bauträger oder Pflanzenkübel enden. „Wir wollen weg vom Downcycling“, gibt Thomas Becker die Richtung vor. Zudem gelte bei BMW nun das Motto „Secundary first“ – jeder, der Primärmaterial verwendet, muss beweisen, dass es nicht auch mit einem recycelten Produkt gehen würde. Und zwar über alle Bauschritte und Einzelteile hinweg.

Die BMW Group baut auf Zirkularität

„Zirkularität ist der nächste Schritt der Nachhaltigkeit“, sagt Becker. Der Begriff Zirkularität bedeutet, dass Autobauer von heute sich schon jetzt Gedanken darüber machen, wie das Material in zehn, 15 Jahren wiederverwertet werden könne. Für Stahl bedeute dies beispielsweise, dass er nicht mit Kupfer vermischt werden dürfe. „Es hilft, dass in vielen Industrien dieselben Diskussionen stattfinden“, führt Becker aus, denn diesen Wandel könne man nur gemeinsam schaffen. Im Regelfall würden die Fahrzeuge bereits recycelt, erklärt Steffen Aumann – „aber“, fügt er an, „wie schaffen wir es, dass wir unsere Fahrzeuge wieder in unseren eigenen Kreislauf bekommen?“ Aktuell sei es gang und gäbe, dass Altfahrzeuge „irgendwo in den Weiten Afrikas oder im Osten Europas verschwinden“ – und damit auch die wertvollen Ressourcen, bemängelt Becker. Daher sei eine digitale Nachverfolgbarkeit des Autos sinnvoll. So könne BMW dem finalen Nutzer eines Fahrzeugs ein Angebot machen und sein Auto wieder zurückkaufen. Wie sich die Situation aber in zehn Jahren darstellt, weiß aktuell noch keiner. Deswegen sei es wichtig, heute schon die Weichen zu stellen, betont Becker.

Die Herausforderung Batterie möchte die BMW Group in Zukunft meistern

„Die Batterie ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der E-Mobilität“, betont Aumann. Eine Wiederverwertung sei ökologisch und ökonomisch sinnvoll – und außerdem sehr gut möglich. Über 90 Prozent der Zellchemie und der Batterien ließen sich für neue Batterien verwenden, weiß Aumann. Die Frage ist nur: Was ist besser – die Batterie auseinander nehmen, um an die Rohstoffe zu gelangen oder sie weiter zu benutzen, ihr ein „second life“ geben? „Hier müssen wir einfach abwägen, was gerade wichtiger ist – technisch gesehen sind wir aber bereit für beide Möglichkeiten“, sagt Aumann.

Entwicklung geht bei der BMW Group weiter

Die Forschung und Entwicklung in Sachen Nachhaltigkeit, Zirkularität und schonender Umgang mit Ressourcen wird weitergehen – und „wir werden immer besser werden“, ist sich Aumann sicher. Das bereits erwähnte „Design for Recycling“ wird hier eine immer größere Rolle spielen – es gilt dabei die Frage zu klären, welche Materialien sich am Ende der Fahrzeugnutzung gut trennen und wiederverwerten lassen. Und zwar so hochwertig, dass ein neues Auto daraus entsteht. „Recycling ist eine Schlüsselgröße, um den CO2-Fußabdruck nach unten zu bringen“, fasst Becker zusammen. Es ginge nicht nur darum, mit der E-Mobilität während der Nutzungsdauer null Emissionen zu erzeugen, es zähle auch das Material und die Energie, die vom ersten Moment an in das Fahrzeug gesteckt werden. Für dieses energieeffiziente Vorgehen müsse man die Netzwerke des Unternehmens und darüber hinaus auch die Zulieferer befähigen.

Die BMW Group sagt Ja zur IAA

Die Internationale Automobils-Ausstellung (IAA) im September möchte die BMW Group vor allem zum Anlass nehmen, die Diskussion über die Mobilität in München weiterzuführen – mit der Stadt, dem Verband der Automobilindustrie (VDA), weiteren Unternehmen, den Bürgerinnen und Bürgern. „Die Stärke Münchens ist, dass wir hier eine starke Bündelung an Kompetenz mit verschiedensten Playern haben, um den Verkehr digitaler, smarter und differenzierter zu organisieren“, so Becker. Ein neues Verkehrskonzept sei nämlich wesentlich vielschichtiger als bunte Striche auf dem Asphalt. (Kristina Funk)

Impressionen: Nachhaltige Herstellung bei BMW

Autoverschrottung bei BMW.
Autoverschrottung bei BMW.
Autoverschrottung bei BMW.
Autoverschrottung bei BMW.
Impressionen: Nachhaltige Herstellung bei BMW

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