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Seismik-Kabel in der Stadt.

Kabel der Seismik-Messungen

Kritik an Seismik-Untersuchungen: Fallstricke in der Stadt

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München - Die Seismik-Untersuchungen stoßen auf Kritik – wegen der vielen herumliegenden Kabel. Am Sonntag laden die Stadtwerke zum Info-Pavillon auf die Theresienwiese.

Die orangefarbenen Seismik-Messkabel, die an vielen Gehwegen und Straßen der Stadt neugierige Blicke auf sich ziehen, gefallen nicht allen Münchnern. „Entsetzt“ schrieb Merkur-Leser Christoph S. aus Neuperlach, sei er darüber, dass die Kabel nun schon seit drei Monaten in seinem Wohnviertel lägen. An vielen Stellen hätten sich Schlaufen gebildet, über die man leicht stürzen könne. Dabei habe es doch geheißen, die Kabel würden zeitnah wieder weggeräumt, wenn der Konvoi der Messwagen das Gebiet passiert hat.

Die Stadtwerke, in deren Auftrag die Messungen durchgeführt werden, bedauern die Belästigung. Tatsächlich würden die meisten Kabel nach relativ kurzer Zeit wieder abgeholt, zumal sie an anderer Stelle gebraucht werden. Ein Teil der Kabel bleibe jedoch bis zum Ende der Messaktion liegen, also voraussichtlich bis Ende März. Die Geophone, die an sie angeschlossen sind, fangen die zunehmend schwächeren Echos der Schallwellen auf, die die sich entfernenden Messtrucks mit ihren Rüttelplatten in die Erde schicken. Das diene der Verfeinerung des Gesamtbildes, das die Messungen erstellen sollen, sagt Solic.

Ende der Messaktion voraussichtlich Ende März

Ähnlich wie das Ultraschallgerät beim Arzt Blicke ins Körperinnere ermöglicht, helfen die seismischen Messungen den Geologen, tief in den Münchner Untergrund zu sehen. Am Computer entsteht aus abertausenden Messergebnissen ein dreidimensionales Bild der Erdschichten unter München bis in mehrere tausend Meter Tiefe. Es soll helfen, die ergiebigsten Bohrstellen für weitere Geothermie-Kraftwerke zu finden.

Klagen wie die des Lesers aus Neuperlach seien selten, beteuert Michael Solic von den Stadtwerken. Zwar meldeten sich täglich zwei bis drei Bürger, doch die wollten meist Näheres über das Seismik-Programm wissen oder auf einzelne Problemstellen hinweisen.

In der Regel, das bestätigt der Augenschein in der Innenstadt, sind die Kabel trotz aller Eile sicher befestigt. Straßen queren sie in luftiger Höhe, von Laternenmast zu Laternenmast gespannt, und vor Grundstückseinfahrten liegen sie in speziellen Gummi-Kanälen, die Kabel und Fußgänger gleichermaßen schützen sollen.

Wer Gefahrstellen entdecke, so Solic, könne dies per Telefon (089/ 23 61 22 21) oder E-Mail (seismik@swm.de) melden. Das Unternehmen, das die Messungen durchführt, werde dann umgehend beauftragt, dort nachzubessern.

Der Rüttel-Konvoi hat sich mittlerweile, von Südosten kommend, bis in die Bahnhofsgegend vorgearbeitet.

Die Stadtwerke informieren

Am kommenden Sonntag, 31. Januar, legen die schweren Trucks eine Pause ein, um die Neugier der Münchner zu befriedigen: Dann wird von 14 bis 16 Uhr an der Matthias-Pschorr-Straße auf der Theresienwiese ein Infocenter aufgebaut. Fachleute erläutern dort das Prinzip der seismischen Messungen, führen die Geräte vor und lassen mit dem Rüttel-Truck auch den Boden beben

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