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Ein breites Sortiment bietet Harald Guzahn in seinem Kiosk an der Reichenbachbrücke an. Bald will er die Münchner auch beliefern.

Er trickst den Ladenschluss aus

Kioskbetreiber liefert nachts per Bollerwagen

München - Dem bayerischen Ladenschluss will Harald Guzahn ein Schnippchen schlagen. Der Betreiber des 24-Stunden-Kiosks an der Reichenbachbrücke hat eine neue Geschäftsidee:

Den „Bottle Train“-Lieferdienst. „Mit diesem Service reagieren wir auf ein starkes Bedürfnis der Kunden, auch nach Ladenschluss aus einem großen Sortiment wählen zu können“, sagt der Unternehmer.

Denn wem bisher in München außerhalb der gesetzlich festgelegten Ladenöffnungszeiten das Futter für die Katze oder die Windeln für das Baby ausgingen, der musste warten oder auf die nächste Tankstelle zurückgreifen. Auch Guzahns Kiosk darf ab 20 Uhr keine sogenannten Non-Food-Artikel mehr verkaufen. Erlaubt sind nur Lebensmittel, zu denen in Bayern auch das Bier gehört. Wein, Spirituosen und vieles andere aus dem 2200 Artikel starken Sortiment muss hinterm Tresen bleiben, so will es das Bayrische Ladenschlussgesetz. Das ist allerdings so auf Lieferdienste nicht anwendbar. Eine Regelung, von der zum Beispiel auch der Münchner Party-Lieferservice Alkoport profitiert und die sich jetzt auch der Kioskbesitzer zunutze machen will.

Denn um einen Lieferdienst im klassischen Sinne handelt es sich bei Guzahns „Bottle Train“ nicht: Lieferungen zum Kunden nach Hause wird es vorerst nicht geben. Alle Bestellungen müssen an der Fraunhoferstraße 22 abgeholt werden. Hierhin fährt der „Bottle Train“, der eigentlich ein Bollerwagen ist, jede Stunde. Die Waren kommen aus dem Lager des nur 200 Meter entfernten Kiosks an der Reichenbachbrücke. Sollte Guzhans Idee bei den Münchnern Anklang finden, will man auch über Lieferungen an die Haustür nachdenken.

Kommenden Donnerstag um 20 Uhr will Guzhan den Lieferservice starten. Unter der Nummer 0800-KIOSKMUC (546756682) kann dann Donnerstag bis Samstag von 21 bis 4 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 15 bis 24 Uhr vom Sekt über Batterien bis hin zur Tüte Mehl bestellt werden, was beim Wocheneinkauf vergessen wurde. „Wir haben fast alles“, sagt Guzahn – und das auch außerhalb von offiziellen Ladenöffnungszeiten.

Annika Schall

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