Sabotage von Innen

Lichterkette München-Berlin: Ärger mit Rechten

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München - Die Lichterkette von München nach Berlin, die am 19. Dezember stattfinden soll, gefällt anscheinend nicht jedem: Eine antisemitische Gruppierung hat nun versucht, das Projekt zu unterwandern.

Es ist ein Projekt der Superlative und steht nach der Aussage der Veranstalter für Frieden und Toleranz und gegen Krieg und Terror: Am 19. Dezember soll von München nach Berlin eine Lichterkette gebildet werden, die Vorbereitungen dafür laufen größtenteils in kleineren Gruppen bei Facebook ab (wir berichteten).

Neben den Schwierigkeiten, die ein solches Mammutprojekt mit sich bringt, muss der Hauptorganisator Horst Fallenbeck nun an einer weiteren Front kämpfen: Es geht um Sabotage von Innen.

Denn anscheinend hat eine Gruppierung namens "Friedensfusion", die im Verdacht steht, antisemitische Inhalte zu verbreiten, die Organisation des Streckenabschnittes in Berlin übernommen. Wohl mit dem Ziel, die Lichterkette für ihre eigenen Zwecke zu nutzen oder die Organisation unmöglich zu machen.

Das blieb so lange unentdeckt, bis die Antifa Nürnberg den Organisator Fallenbeck auf die neu-rechte Bewegung "Friedensfusion" hinwies.  Horst Fallenbeck reagierte geschockt: „Diese Leute stehen für eine menschenverachtende Ideologie, mit der ich nichts zu tun haben will“, sagt er gegenüber der Berliner taz.

Berlin-Gruppe aufgelöst - der Ärger bleibt

Am Dienstag traf Horst Fallenbeck dann eine Entscheidung: "Ich gebe hiermit bekannt, dass ich mich entschlossen habe, die Berliner Orga mit seiner derzeitigen Besetzung aufzulösen." Zwar kann Fallenbeck die unerwünschte Organisations-Gruppe bei Facebook nicht löschen, er distanziert sich aber von den Inhalten, die dort verbreitet werden. Mittlerweile gibt es eine neue Gruppe, die den Streckenabschnitt Berlin organisieren soll.

Die angesprochenen Personen in der alten Gruppe, die Fallenbeck auflösen wollte, reagierten aber mit Unverständnis und betitelten den Organisator nun ihrerseits als Rechten und Pegida-Anhänger, wie man hier auf der alten Orga-Seite von Berlin nachlesen kann.

Nach der Distanzierung von Fallenbeck hört der Ärger also nicht auf: Denn die alte Berlin-Gruppe denkt anscheinend nicht daran, mit der Organisation aufzuhören.

Laut Horst Fallenbeck gibt es aber nicht nur in Berlin Probleme: So sollen auch in München rechte Organisationen ähnlich aussehende Untergruppen bei Facebook gegründet haben und falsche Informationen über die Route streuen. Der Organisator kündigte an, rechtlich dagegen vorzugehen.

Die Lichterkette findet wie geplant am 19. Dezember statt. Ob die 650 Kilometer von München nach Berlin gelingen?

Hier geht es zu der offiziellen Veranstaltung der Lichterkette bei Facebook.

vf

Rubriklistenbild: © dpa

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