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Ein Bikini-Model auf einer Riesen-Plakatwand an der Hugendubel-Baustelle am Marienplatz.

Am Marienplatz

Hugendubel-Baustelle ist "kein Hotspot für Großflächen-Reklame"

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München - Als vor mehreren Wochen ein Bikini-Model von einer Riesen-Plakatwand an der Hugendubel-Baustelle am Marienplatz grüßte, sorgte das für Empörung. Jetzt äußert sich die Stadtgestaltungskomission.

Markus Stahmer ist Geschäftsführer der Agentur Blowup media. Während der jüngsten Sitzung der Stadtgestaltungskomission berichtete er, seine Firma habe schon Baugerüste am Vatikan und am Palast der Königin von England mit Riesen-Werbepostern versehen. Das Unternehmen praktiziere dergleichen in vielen Städten und Ländern, seit 20 Jahren ist Blowup international tätig.

In München allerdings tut sich das Unternehmen etwas schwerer, Werbebotschaften zu platzieren. Als vor mehreren Wochen ein adrettes Bikini-Model von einer Riesen-Plakatwand an der Hugendubel-Baustelle am Marienplatz grüßte, sorgte das für eine Welle der Empörung: Der Stadtheimatpfleger reagierte entsetzt, die Grünen empfanden das Poster als frauenfeindlich, andere als zu überdimensional.

Fakt ist, dass die 120 Quadratmeter große Werbefläche an der Baucontainerburg von der Stadt befristet vom 15. April bis 15. Oktober 2016 genehmigt wurde. Nach der italienischen Modemarke Calzedonia war eine Werbung der italienischen Luftfahrtgesellschaft Al Italia zu sehen. Derzeit ist die Fläche am Marienplatz jungfräulich weiß, soll aber nach Bekunden von Blowup bald wieder bestückt werden – mit dem Werbeposter eines Münchner Unternehmens aus der Medienbranche, wie Stahmer verriet.

Allerdings: Die Stadtgestaltungskommission hat in ihrer jüngsten Sitzung dem Stadtrat nahegelegt, die Genehmigung für die Großflächen-Reklame nicht zu verlängern. Blowup hatte weitere drei Monate bis zum 15. Januar 2017 beantragt. Stadtheimatpfleger Gert Goergens machte nun aber deutlich: „Sechs Monate sind genug.“ München müsse sich nicht als „Hotspot für Großflächenwerbung“ etablieren. Dabei gehe es weniger um die Motive auf den Plakaten als um eine Maßstabsverzerrung des öffentlichen Raums am Marienplatz, so Goergens. Generalkonservator Mathias Pfeil vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege pflichtete Goergens bei. Und auch Stadtbaurätin Elisabeth Merk hielt die Werbefläche an dieser sensiblen Stelle im Zentrum Münchens für überdimensioniert. Dies sei nicht mit Beispielen aus anderen Städten vergleichbar, meinte Merk.

Stahmer hatte zuvor gesagt: „Wir nutzen vorhandene Baustellen und wollen diese verschönern.“ Auch bei der Fassadengestaltung der Theatinerkirche und am Stachus sei man bereits tätig gewesen. Mit den Werbeeinnahmen könne ein Beitrag zur Refinanzierung der Baumaßnahmen geleistet werden, erklärte Stahmer.

Das Hugendubel-Gebäude wird derzeit vom Hauseigentümer, der Bayerischen Hausbau, renoviert. Die Hausbau arbeitet mit der Vermarktungsfirma zusammen, welche die Fläche gemietet hat und sich um die Vermarktung kümmert. Die Neugestaltung der Fassade des Hugendubel-Hauses dürfte noch bis Mai 2017 andauern – also weitaus länger, als die Werbung nun gestattet ist. Die Stadt hatte vor etwa zehn Jahren Richtlinien für große Werbeflächen an Baustelleneinrichtungen entwickelt, um eine einheitliche Vorgehensweise zu erreichen. Denkmalfachlich sei die Veränderung des Ensembles „Altstadt München“ durch die Werbeanlage hinnehmbar, weil das Erscheinungsbild des Ensembles an dieser Stelle bereits durch die Baustelle beeinträchtigt sei, hieß es bei der von der Stadt ausgesprochenen Genehmigung im April. 

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