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Abfuhr für Müll-Detektive an Münchens Wertstoffinseln: Grüne und SPD dagegen - „Problem wird nicht gelöst“

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Von: Sascha Karowski

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Münchens Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) wollte Wertstoffinseln von einer Detektei überwachen lassen
Münchens Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) wollte Wertstoffinseln von einer Detektei überwachen lassen © Schlaf

Sperrmüll, Elektroaltgeräte, sogar Restmüllsäcke werden an Münchens Wertstoffinseln illegal entsorgt. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) wollte daher eine Detektei mit der Überwachung beauftragen. Für die Idee gibt es aber wohl eine Abfuhr.

München - Die Idee, Münchens Wertstoffinseln von einer Detektei überwachen zu lassen, erhält von der Rathausmehrheit offenbar eine Abfuhr. „Ich bin eher skeptisch, ob der Vorschlag das Problem der wilden Müllablagerungen außerhalb der Container wirklich lösen kann“, sagt Grünen-Stadträtin Sibylle Stöhr.

München: Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) wollte Wertstoffinseln überwachen lassen

Genau das wollte Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU). Eine Detektei hätte für einen Testversuch einzelne Wertstoffinseln überwacht und Verstöße gegen die Müllentsorgung dokumentiert. Das Ausstellen von Bußgeldbescheiden hätte weiterhin die Verwaltung übernommen. Vorbild sind die Kommunen Ebersberg und Poing, wo dieser Modus bereits – zum Teil seit Jahren – erfolgreich praktiziert wird.

Stöhr aber sagt, dass der Aufwand zu groß sei für die 950 Standorte in der Stadt. „Konzentriert man sich auf wenige Standorte und nur zeitweise Überwachung, ist es ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Zudem habe der Münchner Abfallwirtschaftsbetrieb bereits den Auftrag erhalten zu prüfen, ob nicht für weitere Wertstofffraktionen eine Umstellung vom Bring- auf ein Holsystem sinnvoll wäre.

Müll-Detektive: SPD fällt der Gedanke schwer, dass Münchner Bürgern hinterher spioniert wird

Die SPD lehnt die Idee von Kristina Frank ebenfalls ab. Fraktions-Vize Kathrin Abele sagte, der Gedanke gefalle ihr nicht, dass Münchnern hinterher spioniert werden soll. „Wir sollten uns die Ursachen der Vermüllung und die Hot Spots genauer anschauen. Wenn viel Sperrmüll herumliegt, könnte es sein, dass die Wertstoffhöfe zu weit weg sind. Und wenn die Container zu voll sind, müssen wir erneut mit den Entsorgungsfirmen sprechen.“

Die CSU derweil begrüßt den Vorstoß. Stadträtin Heike Kainz: „Während der Corona-Pandemie hat sich die Müllsituation von Wertstoffinseln nochmals verschlimmert. Die Realität lässt demnach immer weniger Spielraum.“ Gleichwohl müsse zwar die Eigenverantwortlichkeit und der Gedanke an Umweltschutz im Vordergrund stehen. „Aber es geht auch darum dem unkontrollierten Abstellen von Müll aller Art an Wertstoffinseln wirksam Einhalt zu gebieten. Wir sehen die Chance, dass die Müll-Detektive ein probates Mittel für eine deutliche Verbesserung darstellen.“

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